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Die Psychologie des Geldes – Gastvortrag von Janko Laumann

Köln (ch) – „Alle Entscheidungen sind emotional und zu 95 Prozent unbewusst – auch beim Thema Geld“, sagte Janko Laumann, Dozent an der Hochschule Fresenius und Leiter desInstitutes für angewandte Finanzpsychologie, in seinem Gastvortrag „Psychologie des Geldes“ in Köln. Der Mensch, ein Homo Oeconomicus? Auch, wenn das menschliche Gehirn oftmals mit Vernunft und rationalem Denken in Verbindung gebracht werde, würden die meisten Entscheidungen unbewusst und emotional getroffen, führte Laumann bei seinem Vortrag aus. Der Grund: Unser Gehirn sei die meiste Zeit im Energiesparmodus, da es beim Denken rund 20 Prozent der uns zur Verfügung stehenden Energie verbrauche, die unserem Körper dann an anderer Stelle fehlten. Somit gingen viele Prozesse automatisch und unbewusst vonstatten. Und das sei auch sinnvoll, denn anderenfalls bedürfte jeder Schritt und jeder Atemzug eines aufwendigen Denkprozesses. Doch interessanterweise seien wir auch in Geldfragen größtenteils ferngesteuert. So würden beispielsweise mehr Weine aus Frankreich gekauft, wenn im Hintergrund französische Musik laufe. Doch frage man im Nachhinein nach, warum sie sich gerade für diesen Wein entschieden hätten, würden die wenigsten darauf kommen, geschweige denn zugeben, dass es an der Musik gelegen hat– vielmehr gäben sie rationale Gründe an, wie: „Das ist mein Lieblingswein“. Oder man denke an eine Hochzeit, wo die Menschen sehr viel Geld ausgeben, damit es der „schönste Tag ihres Lebens“ werde. Das sei eine zutiefst emotionale Angelegenheit und habe mit einer rationalen Entscheidung wenig zu tun. Hinzu komme der evolutionäre Auftrag der Vermehrung. Das betreffe nicht nur unsere Gene, sondern auch unser Vermögen: Wir wollen immer mehr als andere haben. Das gehe sogar so weit, dass die meisten Menschen sich lieber mit 100.000 Euro zufriedengeben würden, solange der Nachbar nur 50.000 Euro hätte, als 200.000 Euro unter der Prämisse, dass der Nachbar 300.000 hat. Nur das sei der Grund, warum Marktwirtschaft überhaupt funktioniere. Das überraschende Fazit lautet: Geld und Gehirn passen also eigentlich nicht zusammen.

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