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Blockchain in der Praxis

Wie lässt sich die klimaneutrale Energieversorgung eines Stadtquartiers sichern? Leben wir in Zukunft in Vierteln, die die für Infrastruktur und tägliches Leben notwendige Energie komplett selbst erzeugen und verbrauchen? Diese Fragen will das vom Bund geförderte Leuchtturmprojekt Enstadt:Pfaff in Kaiserslautern beantworten. In dem „Reallabor“ auf dem ehemaligen Werksgelände wird ab jetzt für fünf Jahre geforscht und präsentiert. Mit dabei ist auch das Institut für Energiewirtschaft (INEWI) an der Hochschule Fresenius. Die Digitalisierung soll es möglich machen: Energieerzeugende Anlagen, Systeme und Geräte vom Gebäude bis zum Elektroauto werden in einem intelligenten Netz miteinander verknüpft und interagieren vollständig automatisiert miteinander. Das bedeutet auch: Die alte Einteilung aus Produzent und Konsument gehört der Vergangenheit an – wir alle werden zu „Prosumern“, Erzeugern und Verbrauchern gleichermaßen. Eine entscheidende Rolle könnte in diesem Zusammenhang die Blockchain-Technologie spielen. Sie kann die Vernetzung und Interaktion zwischen den Millionen von intelligenten und autonomen Geräten ermöglichen sowie kleinste Energieflüsse und Steuerungssignale zu sehr geringen Transaktionskosten sicher organisieren und nachhalten. Die Möglichkeiten und Auswirkungen beim Austausch und automatisierten Handel von Energie durch die Blockchain zu erforschen ist Hauptaufgabe der Wissenschaftler im INEWI. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung im Rathaus von Kaiserslautern stellte Manuel Utz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am INEWI dem Auditorium das Forschungskonzept der Hochschule Fresenius vor. „Wir möchten herausfinden, ob es neue Freiheitsgrade durch die Blockchain-Technologie gibt. Dazu könnte zum Beispiel die Abrechnung von Transaktionen direkt zwischen den zahlreichen Akteuren vor Ort gehören. Die Blockchain kann auch Basis für ganz neue Geschäftsmodelle sein – wichtige Stichworte in diesem Zusammenhang sind Peer-to-Peer, Mieterstrom oder lokale Marktplätze.“ Auf jeden Fall soll es sowohl auf Erzeuger- wie auf Verbraucherseite eine wesentlich höhere Transparenz hinsichtlich Bedarf, Verbrauch und Kosten geben. „Und wir möchten schauen, inwieweit das Projekt Vorbild für andere Quartiere sein kann“, so Utz. (ap)

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