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Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Köln (tw). Auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten, stellt man sich glamourös und aufregend vor: immer neue Leute, immer neue Orte, ständig auf dem Meer und dabei noch die ganze Welt sehen. Welche Jobperspektiven es an Bord gibt und wie der Arbeitsalltag aussieht, haben jetzt mehr als 20 Studierende des Bachelor-Studiengangs Tourismus, Hotel- und Eventmanagement (THEM) und ihre Dozenten der Hochschule Fresenius erfahren. Sie besuchten die Mein Schiff 1, die zur Flotte von TUI Cruises gehört. Das im April 2008 gegründete Unternehmen ist ein Joint Venture der TUI AG und der Royal Caribbean Cruises Ltd., der zweitgrößten Kreuzfahrtgesellschaft der Welt. Organsiert hatten den Ausflug Prof. Dr. Alexander Hermenau, Studiengangsleiter THEM aus Hamburg und Programmdirektorin Anna Wrossok.

Die Studierenden aus den Standorten Hamburg, Köln, München und Idstein lernten sich am Vorabend des Besuchs zunächst bei einem gemeinsamen Grillabend am Hamburger Campus an der Außenalster kennen. Mit dabei waren auch die Dozenten Alexander Hermenau, Anna Wrossok, Svetlana Harms, Leonie Heygster, Sebastian Dederichs und Michael Roslon. Am nächsten Morgen setzte die Gruppe mit der Barkasse zum Liegeplatz des Kreuzfahrtschiffes in Steinwerder im Containerhafen über. Die Mein Schiff 1 war gerade von einer Nordkap-Tour zurückgekehrt und lag nur an diesem einen Tag in Hamburg, um Passagiere auszuwechseln und dann wieder Richtung Norden aufzubrechen. Kreuzfahrtdirektorin Wiebke Busch nahm sich die Zeit, um den Studierenden Mareen Hinz und Mario Tramer sowie interessierten Journalisten Fragen zu ihrem Beruf an Bord zu beantworten. Als Kreuzfahrtdirektorin gehört sie zum Führungspersonal und ist verantwortlich für den gesamten Entertainmentbereich, den KidsClub sowie sämtliche Durchsagen auf dem Schiff. „Ich bin sozusagen Gesicht und Stimme des Schiffes. Jetzt am Wechseltag begrüße ich die Gäste“, sagte die gebürtige Bremerin, der man die Begeisterung für ihren Beruf bei jedem Satz anmerkte.  Während der Reise begleitet sie die Gäste durch das tägliche Programm und trägt die Verantwortung für knapp 100 Personen, darunter Tänzer, Sänger, Schauspieler, Bandmitglieder und Bühnentechniker. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass man mehrere Monate am Stück arbeite und kaum Rückzugsmöglichkeiten habe. „Ich arbeite vier Monate und habe dann zwei Monate lang frei. Da ist die Umstellung erstmal komisch. Auf dem Schiff muss ich mich nur um meine Arbeit kümmern, bin aber auch stets für alle sicht- und ansprechbar. Zuhause habe ich dann meine Ruhe, muss mich aber erst wieder ans Einkaufen, Kochen, Putzen und Waschen gewöhnen“, berichtete sie.

Generell könne man auf dem Schiff vor allem in den zahlreichen Restaurants, in der Küche, im Wellnessbereich, als Kinderbetreuer oder als Techniker arbeiten. Auf der Mein Schiff 1, die zu den kleineren und älteren Schiffen der TUI Cruises-Flotte zählt, haben knapp 2000 Gäste Platz. Zum Personal zählen 800 Menschen aus 57 Nationen. Absolventen können mit einem General Management Training einsteigen und sich dann weiter spezialisieren, zum Beispiel zum Shore Excursion Manager, also Leiter der Landausflüge. Wichtig sei vor allem vorherige Praxiserfahrung im Hotel, Restaurant oder als Flugbegleiter. Dienstsprache ist Englisch. Da sich TUI Cruises hauptsächlich an deutschsprachige Gäste richtet, gibt es für das Personal Deutschkurse an Bord. Auch Spezialschulungen zum Beispiel zum Barista werden angeboten. Außer den eigentlichen Aufgaben hat jedes Crewmitglied an Bord auch noch eine Aufgabe für den Notfall. Die Sicherheitsübungen werden regelmäßig wiederholt.  Auch an Land gibt es bei TUI Cruises viele Jobmöglichkeiten, von denen Henrike Ahrens berichtete. Ahrens hat an der Hochschule Fresenius Wirtschaftspsychologie studiert und arbeitet jetzt in der Personalabteilung von TUI Cruises in Hamburg. Auch in Berlin gibt es eine Niederlassung, in der vor allem die Bühnenshows einstudiert werden. Insgesamt sind für TUI Cruises 400 Mitarbeiter an Land beschäftigt. Die Studierenden stellten viele Fragen zu den Berufsperspektiven und waren vor allem sehr interessiert an den Arbeitsmöglichkeiten an Bord. „Das wäre genau mein Ding. Ein paar Monate am Stück arbeiten und dabei herumkommen und dann frei haben. Ich werde mich auf jeden Fall bald hier bewerben“, sagte zum Beispiel Mario Tramer aus München, der berufsbegleitend studiert und hauptberuflich als Flugbegleiter bei der Lufthansa arbeitet. Wiebke Busch machte ihm Mut: „Mit Ihrer Berufserfahrung und dazu noch Ihrem Studium, sind Sie bei uns herzlich willkommen!“Die Mein Schiff-Flotte gibt es seit 2009. Das Konzept schließt die Lücke zwischen gehobener Kreuzfahrt und Clubschifffahrt . Eine Besonderheit: Das Premium Alles Inklusive-Konzept, bei dem die meisten Speisen und Getränke in den meisten Restaurants und Bars, Sauna und Fitness, Kinderbetreuung und Entertainment bereits im Reisepreis enthalten sind. Tatsächlich muss man nur für wenige Angebote einen Aufpreis bezahlen. TUI Cruises bietet auch Themenkreuzfahrten wie zum Beispiel den Rockliner mit Udo Lindenberg, die Full Metal Cruise für Heavy Metal Fans und die World Club Cruise mit DJs an. Nach dem Rundgang auf dem großen Kreuzfahrtschiff stiegen die Studierenden auf ein kleineres Schiff um und machten mit einer Barkasse noch eine Hafenrundfahrt samt Fischbrötchen. Zum Abschluss besuchten die Studierenden die Aussichtsplattform Plaza der Elbphilharmonie und genossen einen Rundumblick auf Stadt und Hafen.

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