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Antrittsvorlesung über Spitzensport

Mit einer anregenden Antrittsvorlesung über Spitzensport als Medieninhalt begann Prof. Dr. Stephanie Heinecke an der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien, in München offiziell ihre Lehrtätigkeit als Professorin. In ihrem Vortrag „A perfect match: Spitzensport als Medieninhalt“ erläuterte Prof. Dr. Heinecke zunächst, warum Spitzensport in den Medien so erfolgreich läuft und wie er sich im Laufe der Zeit sogar an die Logik der Medien angepasst hat. Die Tour de France beispielsweise entstand 1903 auf Initiative der Sportzeitung „L’Èquipe“, damals noch „L’Auto“, als Lückenfüller für die sehr dürftige Nachrichtenlage im Juli. Außerdem wollte man die Auflage gegenüber dem Konkurrenzblatt „Le Velo“ steigern und sicherte sich mit einer eigenen Veranstaltung Exklusivität. Wie sich die Beziehung zwischen Sport und Medien seit Einführung der privaten TV-Sender in Deutschland 1984 entwickelte, skizzierte Heinecke anhand von Beispielen aus verschiedenen Sportarten. Die Fußball-Bundesliga als Mediensportart Nummer 1 hat ihre Anstoßzeiten über das gesamte Wochenende und darüber hinaus ausgedehnt, um den Bedürfnissen der Pay-TV Sender und ihrer Kunden zu entsprechen. Die Sportart Biathlon hat mit der Einführung von Massenstart und Verfolgung ihre Formate telegener, also fernsehtauglicher gestaltet. Auch Spielsportarten wie Volleyball oder Badminton haben ihre Zählweise auf einen schnelleren Spannungsaufbau, hin in das sogenannte Ralley-Point-System überführt. Besonders spannend waren Prof. Dr. Heineckes Thesen zu den zukünftigen Entwicklungen. Die Digitalisierung stellt auch den Sport vor neue Fragen, sei es beim Einsatz von Technologie in Training und medialer Berichterstattung oder bei der Debatte, ob der stark wachsende eSport-Markt als „echter“ Sport zu sehen sei. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, müsse die Sportwelt authentischer werden und die Lebenswirklichkeit der Menschen besser treffen. Eine Studie der SPOAC zeigt: Die Generation Z, also die heute 14 bis 18-Jährigen, hat ein anderes Medien-Nutzungsverhalten, bei dem Sport nur noch eine von vielen Optionen neben Netflix, Spotify und Co. darstellt. Das gemeinschaftliche Erleben und Teilen von Emotionen mit Freunden und Familien stehe im Mittelpunkt. In dieser Situation, so Prof. Dr. Heinecke, müsse Sport seine Rolle neu finden – zum einen als digitales Entertainment-Produkt, zum anderen als analoger Ausgleich zum Leben in der digitalisierten Welt.

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