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Angehende Therapeuten absolvieren Sanitätshelferlehrgang

In den Chemie-Laboren kommt es zu einer Explosion. Es gibt Verletzte und viele Menschen, die aufgeregt durcheinander laufen – ein zwar seltenes, aber doch realistisches Szenario, das in einer großangelegten Abschlussübung der Hochschule Fresenius, der Idsteiner Feuerwehr und dem Sanitätszug des Deutschen Roten Kreuzes Rhein-Main-Taunus zu Übungszwecken am Campus der Hochschule nachgestellt wurde. Der Fachbereich Gesundheit & Soziales ermöglicht seinen Studierenden, eine qualitative Ausbildung für Notfallmedizin hausintern zu absolvieren und bildet sie zu Sanitätern aus. Was ist im Notfall zu tun? Wie handle ich als Sanitätshelfer? Wie ist ein Notruf nach selbstständiger Einschätzung des kritischen Notfallpatienten richtig abzusetzen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Studierende während des Moduls Notfallmedizin, das seit 2014 unter anderem im Bachelor-Studiengang Osteopathie an der Hochschule Fresenius vorgeschrieben ist. Während der Abschlussübung am Idsteiner Campus galt es dann in zwei Notfallszenarien, theoretisches Wissen abzurufen und in der Praxis anzuwenden. Professionelle Mimen des DRK-Ortsverband Idstein unter der Leitung von Tina Faupl stellten eine Explosion in den chemischen Laboren sowie einen Autounfall mit Fahrzeugbrand auf dem Campus nach. Ein qualifizierter Notruf rettet Leben
Die Studenten waren in diesem entworfenen Szenario Ersthelfer und mussten schnellstmöglich die Situation einschätzen und reagieren: Was ist wo mit wem warum und wie passiert und wie viele sind verletzt? Eine schnelle und genaue Schilderung der Situation kann Leben retten. Aber auch der richtige Umgang vor Ort ist entscheidend. „Gibt es Verletzte, besteht noch Gefahr, wie kann ich helfen? Verletzte sollten zwar schnellstmöglich aus der Gefahrenzone gebracht werden, allerdings ohne dass sich die Helfer dabei selbst in Gefahr bringen“, erklärt Daniel Weitemeyer, der im Bereich Qualitätssicherung/Modulleitung Notfallmedizin tätig ist. Ersthelfer haben es nicht nur mit Verletzungen jeglicher Art zu tun, sondern auch mit verwirrten oder hysterischen Beteiligten. „Das verlangt viel Einfühlungsvermögen und ein strukturiertes Vorgehen. Das Modul Notfallmedizin gibt entsprechende Leitlinien an die Hand, die während der Sanitätshelferübung vor Ort zum Einsatz kamen und erprobt wurden“, so Weitemeyer weiter. Modul Notfallmedizin
Philipp Merkt, organisatorischer Leiter des Moduls Notfallmedizin, ist selbst Studierender der Osteopathie und war vor seinem Studium Notfallmediziner in den Spezialisierten Kräften der Bundeswehr. Zusammen mit PD Dr. med. Jürgen Grasmück, Dozent und ärztlicher Leiter des Moduls, sowie Manuel Höhn, DRK-Bereitschaftsleiter Idstein, ist es Merkt bereits vor zwei Jahren gelungen, das Modul in den Fachbereich Gesundheit & Soziales zu integrieren. Dass auch in Zukunft vor Ort Sanitäter ausgebildet werden, ist ein großer Vorteil, findet Markus Weslowski, ebenfalls Osteopathie-Student: „Dass die Hochschule in die Ausbildung und Forschung der Notfallmedizin investiert, beweist ihren Weitblick. Die Art und Weise, wie hier das Bild der Osteopathie verstanden und gelehrt wird, ist in Deutschland einzigartig. Wir können uns zu Recht als Vorreiter betrachten.“ Die Abschlussübung sei aber nicht nur Teil des Sanitätshelferlehrgangs, sondern auch ein guter Anlass, die Zusammenarbeit der einzelnen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu fördern: „Mir ist es wichtig, Brücken zu schlagen und dabei für das Ehrenamt zu werben. Ich hoffe sehr, dass sich einige unserer Sanitäter nun auch ehrenamtlich betätigen werden. So können wir den Nachwuchs für Feuerwehr und Rettungsdienst sichern“, so Merkt, „Dank Menschen wie Daniel Weitemeyer, Manuel Höhn, Tina Faupl und zahlreichen Ausbildern, die mitgearbeitet haben, war das Modul erfolgreich und hat einen menschlichen Anstrich erhalten. Das ist mir eine ganz persönliche Herzensangelegenheit.“ Zum Video: http://bit.ly/20WyJeD

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