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8. Sommerakademie für Gebärdensprache

Bereits zum achten Mal fand Ende August am Idsteiner Campus die Sommerakademie der Gebärdensprache statt. Jahr für Jahr nehmen Interessenten lange Anreisen von fünf Stunden und mehr in Kauf, um an einem der Wochenkurse teilzunehmen. Für jeden Kenntnisstand ist nämlich etwas dabei: Starter belegen den Schnupperkurs, wer schon über Wissen verfügt, besucht den Fortgeschrittenen- oder Konversationskurs – gerade letzterer war mit 15 Teilnehmern sehr gut besucht. Eine Besonderheit ist der Kurs mit Übungen zum Dolmetschen und Übersetzen. Hier wird nämlich der Ernstfall geprobt und die Teilnehmer erhalten wertvolle Einblicke in ein Berufsbild mit ausgezeichneten Perspektiven. In Deutschland besteht ein großer Bedarf an qualifizierten Gebärdensprachdolmetschern: Auf rund 450 Nutzer der Gebärdensprache kommt nur ein Dolmetscher. Die Hochschule Fresenius bietet einen berufsbegleitenden Masterstudiengang und ein Weiterbildungsprogramm im Gebärdensprachdolmetschen an, der Unterricht findet in Idstein und Frankfurt am Main statt. „Die Teilnehmerzahlen unserer Sommerakademie befinden sich auf einem konstant hohen Niveau“, berichtet Prof. Dr. Carla Wegener, Dekanin des Masterstudiengangs und Organisatorin der Veranstaltung. „Wir haben hier immer eine bunte Mischung – Menschen, die neugierig auf etwas Neues sind, potenzielle Berufswechsler, aber auch Studierende der Gehörlosenpädagogik, die an ihren Universitäten nicht genügend Gebärdensprachkurse auf hohem Niveau haben. Viele interessieren sich natürlich auch für unser Studium und haben während der Sommerakademie eine schöne Gelegenheit zu sehen, ob das das Richtige für sie ist.“ Fünf Teilnehmer der Sommerakademie haben die Zeit in Idstein genutzt, um gleich die Aufnahmeprüfung für das Studium – oder die Weiterbildung – zu absolvieren – sie sind dann im März 2018 beim Semesterstart dabei. Das Feedback ist laut Wegener stets sehr erfreulich, bei vielen ist die Teilnahme kein einmaliges Erlebnis, sie kommen wieder. Andere – wie beispielsweise Jessica Baisch, Stadtplanerin aus Stuttgart – belegen gleich mehrere Kurse. Sie belegte den Konversationskurs, Dolmetschen & Übersetzen, Kultur & Geschichte sowie Einblicke in die Gebärdensprache. Sie gehört auch zu den Fünfen, die im März ihr Masterstudium starten. Sie hat als Referentin im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Rahmen eines Inklusions-Fachtages erstmals intensiven Kontakt zu Gehörlosen gehabt und deren Belange kennengelernt. Das hat sie nicht mehr losgelassen und so wurde die Frage, wie Hörgeschädigte an Partizipationsveranstaltungen beteiligt werden können, zum Thema ihrer Masterthesis im Studiengang „Planung und Partizipation. „Ich finde es sehr wichtig, Menschen mit Körper-, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen an den vielfältigen Prozessen im Gemeinde- oder Stadtleben teilhaben zu lassen. Erst wenn wir das erreicht haben, können wir wirklich von einer Inklusion sprechen. Damit ich in diesem Bereich mehr tun kann, habe ich mich jetzt entschieden, den Master im Gebärdensprachdolmetschen zu machen.“

Tags: Veranstaltungen & Events,School of Therapy & Social Work,Fachbereich Gesundheit & Soziales,Standort Idstein,Standort Frankfurt