disable
mail
call
disable
close
close
disable
call
mail
disable

Infomaterial & Bewerbung

Fordern Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Infomaterial an. Wir senden Ihnen die gewünschten Unterlagen gerne direkt zu Ihnen nach Hause.

Oder haben Sie bereits den passenden Studiengang oder die passende Ausbildung gefunden und möchten keine Zeit verlieren?

Dann bewerben Sie sich jetzt!

Jetzt bewerben Infomaterial anfordern

Persönliche Beratung

Sie haben detaillierte Fragen zu den einzelnen Bildungsprogrammen oder möchten einen individuellen Beratungstermin vereinbaren?

Wählen Sie einfach Ihren gewünschten Standort sowie die passende Themenwelt aus und kontaktieren Sie direkt Ihren persönlichen Ansprechpartner.

Nachricht

Du hast Fragen? Wir können sicher helfen. Hinterlasse und eine Nachricht. Wir werden uns so schnell wie möglich bei dir melden. Vielen Dank!

FreseZoom

Von der Freiheit des Handelns

Prof. Dr. Ekkehart Baumgartner verantwortet im Präsidium der Hochschule Fresenius das Ressort Studium und Lehre. Sein Berufsleben ist von vielfältigen Stationen geprägt. Im FreseZoom-Interview blickt er zurück auf außergewöhnliche Situationen, spricht über Traumjobs und den Mut, sich immer wieder neu zu erfinden. 

Industriekaufmann, Soziologie, Journalist, Buchautor, Creative Director, Professor, Geschäftsführer an der Akademie für Mode und Design (AMD) und schließlich Präsidiumsmitglied der Hochschule Fresenius – ein facettenreicher Karriereweg, auf den Sie zurückblicken können. Was hat Sie immer wieder motiviert, eine neue Richtung einzuschlagen?

Es gibt einfach so viele Möglichkeiten! Bei allen Aktivitäten habe ich mich aber nie wirklich verändert, vielmehr habe ich mich immer wieder in neue Aufgaben eingebracht. Und das habe ich nur dann getan, wenn ich überzeugt war, ich kann das. Ich war stets interessiert an den Veränderungen in Gesellschaft und Politik, das ist eine Konstante.

So wurde ich Journalist, denn ich begreife das Schreiben als Möglichkeit, den Themen unserer Zeit auf den Grund zu gehen. Ich wechselte in eine Kommunikationsagentur, weil ich die Chance bekam, große Marken vor dem Hintergrund eines stark veränderten Konsumverhaltens zu entwickeln, das hatte am Ende auch eine Kulturrelevanz. Da habe ich Designer und Popstars wie „P!nk“ kennengelernt, kein schlechter Job. Schließlich bin ich an die Hochschule gegangen, zu den Kreativen, weil ich Design bis heute für eine Leitdisziplin halte. Wenn man sich immer wieder neu einbringt, muss man unbedingt die Ausdauer und den Mut haben, die neuen Aufgaben, die sich dadurch stellen, auch zu durchdringen und zu lösen. Bei mir wurde das am Ende zu einem konsequenten Weg, geprägt von der Bereitschaft, sich dem Neuen zu öffnen.

In Ihrer Zeit als Journalist hatten Sie spannende Erlebnisse und Gesprächspartner. Woran können Sie sich besonders gut erinnern?

Die aufregendsten Begegnungen hatte ich mit Politikern und Schriftstellern wie zum Beispiel Salman Rushdie. Das war in der Zeit, als ich regelmäßig für die Süddeutsche Zeitung schrieb. Rushdie habe ich in einer Phase kennengelernt, die extrem von den politischen Umständen geprägt war. Er wurde ja mit dem Tod bedroht, weil er aufgrund seines Romans „Die satanischen Verse“ der Gotteslästerung bezichtigt wurde. Im Kern ging es damals um den Diskurs westlicher Werte und die Meinungsfreiheit. Ihn zu treffen oder zu sprechen, fand in einem völligen Ausnahmezustand statt, er stand unter permanenten Polizeischutz. Mich hat beeindruckt, dass er nie seinen Humor verloren hat und immer kreativ blieb. Er hat sich nicht brechen lassen.

Woran ich mich ebenfalls gerne erinnere, war die Möglichkeit, Spitzenpolitiker zu begleiten. Ich habe über Landtagswahlkämpfe berichtet, war bei den Wahlkämpfen der SPD mit Gerhard Schröder als Spitzenkandidat für das Kanzleramt dabei. Es war schon amüsant, in diesen Situationen auf Spurensuche zu gehen und die Akteure so nahe kennenzulernen. Der Politiker spricht etwa morgens mit der Belegschaft eines mittelständischen Unternehmens, kommt dann mittags zu einem Gartenfest mit Familien auf dem Land und hält am Abend eine deftige Rede im Bierzelt. Das sind drei komplett unterschiedliche Situationen und so erlebt man diesen Menschen in seinen verschiedensten Facetten – da kommt der Soziologe in mir durch. Mich interessiert das Wesentliche in der Komplexität.

Aber auch dem Journalismus haben Sie letztendlich den Rücken gekehrt. Was hat für Sie jeweils den Ausschlag gegeben, eine neue Stelle anzutreten? Wie kam beispielsweise der Wechsel an die AMD zustande?

Ein Wechsel fällt nicht vom Himmel, er entsteht über Monate und manchmal auch über Jahre hinweg, für Veränderungen muss man in der Konsequenz innerlich bereit sein. Bevor ich zur AMD kam, war ich ja als Creative Director in einer großen Agentur tätig. Und dann schrieb ich nebenbei das erste Sachbuch über Brand Communities. Da brach ich schon aus der üblichen Agentur-Routine aus. Das Buch trug den aktuellen Erkenntnisstand zusammen und lieferte auch Handlungsempfehlungen für Unternehmen. Ich habe dann zu meinem Thema Interviews gegeben, befreite mich also weiter, wurde eigenständiger im Denken, so kam etwas ins Rollen. Ich wollte dann nicht nur schreiben, sondern auch unterrichten, nochmal in die Tiefe gehen. Die Kraft des Willens ist ja bekanntlich bahnbrechend wie uns schon viele Philosophen gesagt haben. Als die damals staatlich anerkannte Hochschule AMD Professorenstellen ausschrieb, habe ich mich darauf beworben und wurde auch berufen.

Grundsätzlich ist es wichtig, auf seine eigene Überzeugung zu hören und sich dabei einschätzen zu können. Was geht, was geht nicht? Was kannst du, was kannst du nicht? Eine gewisse Distanz zu sich selbst und zu dem, was man macht, gehören dazu, um kreativ im Kopf zu bleiben. Die sogenannte Vogelperspektive ist keine Worthülse.

Prof. Baumgartner im Gespräch mit Redakteurin Juliane Mischer am Kölner Campus der Hochschule Fresenius.

Mittlerweile verantworten Sie das Ressort Studium und Lehre im Präsidium der Hochschule Fresenius, der die AMD als Fachbereich Design nun angehört. Haben Sie damit Ihren Traumjob gefunden?

In der Bildung zu arbeiten, kommt einem Traumjob nahe, davon bin ich überzeugt. Es ist eine verantwortungsvolle und vor allem sinnstiftende Aufgabe, Menschen auf eine radikale Welt des Wandels gut vorzubereiten.

Ich betreue die Weiterentwicklung von Lehre und Studiengängen, insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung, sowie die verschiedenen Evaluationen, die wir durchführen. Ziel ist es, zusammen mit den Hochschulkollegen die Qualität zu halten und besser zu werden – die Ergebnisse von Lehrevaluationen, Zufriedenheits- und Absolventenumfragen fließen in einen Qualitätsregelkreis, den wir uns sehr genau ansehen. In diesem Jahr planen wir zudem für alle Hochschulmitarbeiter umfassende Weiterbildungsmaßnahmen. Die Qualität in Studium und Lehre ist ein Schlüssel für den zukünftigen Erfolg der Hochschule Fresenius.

Wenn Sie zurückblicken: Welcher Wechsel fiel Ihnen besonders schwer oder auch leicht?

Die ganze Radikalität, die ein Wechsel mit sich bringt, habe ich niemals als etwas ausschließlich Leichtes erfahren. Denn es sind immer die Menschen, die einen an das Leben binden und wenn man diese Menschen, die Kolleginnen und Kollegen, ein Stück weit verlässt, ist das immer ein emotionaler Moment. Ich denke, dass es für mich rückblickend der bedeutsamste Schritt war, eine gute, berufliche Festanstellung und das Leben in einer Stadt mit allen Freunden aufzugeben, um ein Soziologie-Studium in einer anderen Stadt, die ich nicht kannte, zu beginnen, ich musste durch die ganze Ungewissheit steuern. Das war ein harter Einschnitt, der mich sehr geprägt hat. Damals war ich schon Ende Zwanzig und in einem großen Pharmakonzern tätig. Das war vor dem Journalismus. Ich hatte nach meinem Entschluss, ein Studium zu beginnen und freiberuflich zu schreiben, zwar kein festes Monatsgehalt und keine große Wohnung mehr, aber die Freiheit, so gehandelt zu haben, erwies sich als genau richtig.

Welche Tipps möchten Sie Studierenden mitgeben, die erst am Anfang Ihres Karriereweges stehen – oder die sich durch ein berufsbegleitendes Studium vielleicht dazu entschlossen haben, einen neuen Pfad zu wählen?

Jeder ist anders, daher gibt es kein generelles Erfolgskonzept – jeder muss seine eigenen Antworten auf die Herausforderungen finden. Aber: Egal was Sie machen, bleiben Sie flexibel und haben Sie den Mut, sich immer wieder neu zu erfinden. Reflektieren Sie ihre Situation und machen Sie lieber häufiger von der Freiheit des Handelns Gebrauch als zu selten. Die Frage ist, wie kann jeder seine Freiheit konstruktiv ausüben? Entscheidungen zu treffen ist grundsätzlich etwas Erfreuliches und nicht etwas Beängstigendes.

Zurück zum Seitenanfang