Vom Studierenden zum Unternehmer

Bereits im letzten Jahr hat Fabio Hildenbrand – damals Studierender der Hochschule Fresenius Heidelberg – über die Gründung seines Start-ups Backpackertrail.de berichtet. In der Zwischenzeit hat der 23-Jährige sein Studium zwar abgeschlossen, aber der Hochschule nicht den Rücken gekehrt. Neben der Gründung seines zweiten Unternehmens, ist er mittlerweile auch externer Lehrbeauftragter für Online Business in Heidelberg. Wie er das alles unter einen Hut bekommt, berichtet er im Interview.

Wie verlief das letzte Jahr mit Backpackertrail?

Während ich mein Studium abgeschlossen habe und Lehrbeauftragter in Heidelberg geworden bin, haben wir für Backpackertrail.de ein größeres Team aufgestellt. Das Business wächst weiter und wir haben mittlerweile das richtige Geschäftsmodell gefunden. Aktuell befinden wir uns dafür in der Pre-Seed Finanzierungsrunde, um weiteres Kapital zu erhalten.

Hast Du Dein Studium in Regelstudienzeit fertiggemacht oder musstest Du ein Semester verlängern?

Ja, ich bin in Regelstudienzeit fertig geworden, aber ich habe mich auch nicht für das typische Studentendasein entschieden. Ich habe die freie Zeit neben dem Studium immer produktiv genutzt und stehe jetzt da, wo ich heute stehe. Feiern mit Kommilitonen stand an zweiter Stelle – einmal die Woche abends weggehen reichte mir. Viele streben unbedingt die 1,0 an, aber das ist gar nicht so wichtig, denn am Ende zählen keine Noten, sondern nur das, was du erreicht und nebenbei gemacht hast – finde ich.

Jetzt hast Du nach Deinem Studium ein zweites Unternehmen gegründet – warum?

Ja, wir haben die Werbeagentur Werbepresse gegründet, die sich hauptsächlich auf Content Marketing fokussiert. Bei Backpackertrail haben wir es geschafft, fast alles, was Backpacking betrifft, auf die ersten Google-Plätzen zu ranken. Die Strategie, die wir dafür angewandt und selbst optimiert haben, wollen wir jetzt auch im größeren Stil für Kunden anbieten. Zusätzlich haben wir ein Chatbotsystem für lokale Unternehmen entwickelt, mit dem man automatisiert leichter Google-Bewertungen bekommt, um im lokalen Ranking schneller und besser nach oben zu kommen.

Wie war der Start der Agentur?

Das Corona-Thema war ein guter Accelerator für unsere Idee, da viele Unternehmen jetzt vermehrt digitalisieren und speziell der Bereich Google immer relevanter wird – gerade für lokale Firmen. Deshalb konnten wir mit SEO und Content-Produktion innerhalb unseres Netzwerkes viel tun und jetzt wächst das Ganze quasi durch Mundpropaganda weiter.

Fabio Hildenbrand im toten Meer auf jordanischer Seite
Alumnus Fabio im Toten Meer bei seiner Reise durch Jordanien.

Und nebenbei unterrichtest du an der Hochschule? Was war das für ein Gefühl am Anfang?

In der ersten Stunde war das auf jeden Fall was ganz Anderes, weil ich teilweise auch jünger bin als einige der Studierenden, aber das Thema Public Speaking ist nichts Neues für, deshalb war das kein Problem. Zudem macht es mir auch super viel Spaß, mein Wissen an die Studierenden weiterzugeben.

Die Idee zu Backpackertrail entstand ja durch Deine Reisen – kannst Du jetzt mit drei Jobs und zwei Unternehmen überhaupt noch reisen?

Leider gar nicht mehr. Die letzten zwei Jahre habe ich mit dem Backpacker-Wohnmobil quasi von überall gearbeitet. Das ging, als wir noch ein kleines Team waren, aber jetzt ist das leider nicht mehr möglich. Dieses Jahr wird Reisen für mich wohl nicht mehr gehen, weil wir so viel zu tun haben, aber das ist auch okay, weil ich genau das tue, was mir Spaß macht.

Dein Tipp für Studierende, die auch ein Start-up gründen möchten?

Zum Studieren und Gründen ist immer ein gutes Selbstmanagement und Disziplin nötig. Das habe ich schon beim Reisen gelernt: Wenn man sein ganzes Geld auf einmal ausgibt, kann man die Reise nicht fortsetzen. Gute Planung und mit seinen Ressourcen haushalten ist super wichtig, um alles unter einen Hut zu bekommen.

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