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Gründer, Unternehmer, Dozent

Prof. Dr. Stephan Haubold beschäftigt sich seit seiner Promotion im April 2000 mit dem Thema Gründen. Er hat selbst alle Höhen und Tiefen mitgemacht, zwei seiner Start-ups meldeten Insolvenz an. Als Dozent der Wirtschaftschemie und Spezialist für MINTrepreneurship gibt er seine Erfahrungen an die Studierenden weiter. Dabei setzt er auf zwei Modelle.

Der 46-Jährige ist im brasilianischen Pelotas geboren und studierte in Karlsruhe und Hamburg Chemie. Schon frühzeitig sah er sein Fach im Kontext betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge und agiert seitdem an der Schnittstelle zwischen Chemie und Wirtschaft. Besondere Faszination übt auf Haubold von jeher die Gründer- und Start-up-Szene aus. An drei Unternehmensgründungen war er in seiner Laufbahn vor seiner Dozententätigkeit beteiligt, zwei von ihnen mussten nach rund fünf Jahren Insolvenz anmelden. „Es gab diese Momente der Verzweiflung, voller Leere, Wut und Trauer. Die Verarbeitung brauchte Zeit, noch heute erwische ich mich bei dem ‚Was-wäre-wenn-gewesen‘-Spiel. Aber das ist nicht nützlich. Heute bin ich froh, dass ich meine Bedürfnisse nach Freiheit und Kreativität auf andere Weise ausleben kann“, berichtet Prof. Haubold. Neben seiner Dozententätigkeit ist er noch als freier Unternehmens- und Organisationsberater tätig. Schwerpunkte: Unternehmenskultur und Gründercoaching. Seine Ehefrau ist mit Haubold durch dick und dünn gegangen, auch wenn das nicht immer leicht war. Das Paar hat heute drei Kinder, auch das verlangt gute Organisation.

Start-ups in der chemischen Industrie

In seiner Antrittsvorlesung Ende November 2018 stellte Haubold die etwas provokante Frage: „Die chemische Industrie braucht keine Start-ups – oder?“. Der Anteil der Start-ups am Gesamtbestand aller Unternehmen in der chemischen Industrie liegt aktuell nur bei circa fünf Prozent. Und laut statistischem Bundesamt belaufen sich die Innovationsaufwendungen der chemischen Industrie gemessen am Branchengesamtumsatz ebenfalls gerade einmal auf fünf Prozent. Zum Vergleich: Die pharmazeutische Industrie investiert hier knapp 18 Prozent und ist damit Spitzenreiter in Deutschland. Er ist überzeugt: „Die Branche lässt Potenzial liegen. Die chemische Industrie kann Start-ups sehr gut brauchen. Sie können notwendige Innovationen voranbringen, denken quer und werfen die richtigen Fragestellungen auf.“

Haubold wollte es genauer wissen. „Wir haben eine Umfrage unter 40 Unternehmen der Branche gemacht. Dabei kam heraus, dass bei mehr als der Hälfte der befragten Betriebe zwischen 25 und 75 Prozent der Ideen mit hohem Potenzial auf der Strecke bleiben.“ Aber nicht etwa deshalb, weil diese Ideen nicht zum Kerngeschäft gehören und deshalb nicht weiter verfolgt würden. „Das ist das, was wir erwartet hatten. Nur 15 Prozent der Befragten gaben das als Grund an. Tatsächlich berichteten uns 38 Prozent der Unternehmen, dass sie zu viele Ideen haben, um diese noch weiter verarbeiten zu können.“

„Idee sucht Gründer“

Danach gefragt, wie sich diese Herausforderung stemmen lasse, sagten fast drei Viertel der Unternehmen „in Kooperation mit Externen“. Das war für Stephan Haubold die Initialzündung, die Ressourcen der Hochschule ins Spiel zu bringen und für Unternehmen und Studierende eine Win-Win-Situation herbeizuführen. Erstere bekommen konkrete Vorschläge zur Umsetzung ihrer Ideen, letztere üben direkt in der Praxis den Ernstfall und agieren selbst für eine Zeit als Start-up. „Idee sucht Gründer“ heißt die Erfindung Haubolds. Firmen liefern die Idee und stellen einen Mentor. Die Studierenden haben neun Monate Zeit, einen Business-Plan zu entwickeln und diese Idee zur Umsetzungsreife zu bringen. Sie führen Marktuntersuchungen durch, wägen Chancen ab, analysieren Aktivitäten des Wettbewerbs, stellen fest, welche Markteintrittsbarrieren es gibt und wie sich diese überwinden lassen. „Der Businessplan wird mehrfach von externen Gutachtern begutachtet und bewertet. Dazu kommt, dass die Idee in vielen Gesprächen mit potentiellen Kunden getestet und evaluiert wird. Nicht selten verändert sich dabei die Idee und es entsteht etwas Neues. Das sind magische Momente“, berichtet Haubold.

Student2Startup

Den umgekehrten Ansatz verfolgt das Projekt „Student2Startup“, das die Wissensfabrik initiiert hat. Die Wirtschaftsinitiative aus Ludwigshafen kooperiert mit der Hochschule Fresenius. Frisch gegründete Unternehmen suchen nach Lösungen für konkrete Probleme oder möchten bestimmte Fragestellungen von Externen beantwortet bekommen. Studierendenteams erarbeiten in gut vier Monaten Lösungsansätze zu den realen Aufgabenstellungen der Start-ups. Sie agieren wie echte Unternehmer. „Hier erleben unsere Studierenden das echte Berufsleben mit allen Höhen und Tiefen, die in einem Projekt vorkommen können. Die Lebendigkeit und durchaus auch die Emotionalität, die darin stecken, lassen sich im Unterricht nicht simulieren“, so Haubold, der dieses Projekt von Hochschulseite federführend leitet.

„Wir möchten diese Bereiche noch weiter ausbauen. Eine bessere Gelegenheit, den Kick des echten Lebens, der beruflichen Praxis zu spüren; auszuprobieren, was funktioniert und was nicht, Fehler zu machen, ohne schwerwiegende Konsequenzen tragen zu müssen, kommt nicht wieder.“