Endlich Zeit für Physiotherapie – Kölner Alumnus macht`s möglich

Schmerzen lindern, Beweglichkeit zurückgewinnen und erhalten oder die Selbstständigkeit im Alltag fördern: Gründe, warum Menschen Physiotherapie benötigen, sind zahlreich. Vor allem, wenn eine Behandlung durch einen Unfall spontan notwendig wird, stehen viele Patienten und Patientinnen vor einem zeitlichen Problem. Wie integriert man eine anständige und zielführende Therapie in den Alltag, ohne dass Beruf, Haushalt, Familie oder Hobbies zu kurz kommen? Vor dieser Hürde schrecken einige Menschen zurück, da sie zu wenig Zeit oder zu viel Stress haben oder eine Therapie einfach nicht mit dem Arbeitsalltag vereinbar ist. Alumnus Jonas Eiken hat unter anderem aus diesem Grund ein Konzept entwickelt, das Betroffenen eine Therapie ermöglicht, die sich nach ihrem Zeitplan richtet und nicht umgekehrt.

Eine Idee für ein Problem

Physiotherapie braucht Zeit und sollte individuell gestaltet sein. Im normalen Praxisalltag wird das zunehmend schwierig. Jonas Eiken bezeichnet es sogar als „Meisterleistung“ jedem Patienten und jeder Patientin optimal gerecht zu werden. Bei einer Behandlung oder einer Therapie muss man sich wohl fühlen – das weiß auch Jonas Eiken, der vor seinem Physiotherapiestudium bereits eine Ausbildung zum Orthopädietechniker absolviert hat. Ob eine Therapie Erfolg bringen kann, hängt auch davon ab, wie gut der Therapierende auf die Problematik jedes einzelnen eingeht und diese versteht.

Mit „Veedelphysio“ geht der Alumnus aus Köln noch einen Schritt weiter: „Mein Traum war es, aus der konservativen und veralteten Behandlung auszubrechen und den Menschen Wissen und Know-how zu vermitteln, um endlich eine nachhaltige Lösung zu kreieren.“ Sein Konzept basiert daher darauf, dass sich die Physiotherapie den Betroffenen anpasst und nicht andersherum.

Physiotherapeut Jonas Eiken mit seinem Lastenfahrrad in Köln am Rhein.

Alumnus Jonas Eiken mit seinem „Veedelphysio“-Lastenfahrrad in Köln.

„Der Zeitaufwand einer regulären Physio-Einheit beträgt im Durchschnitt ca. eine Stunde. 15 Minuten braucht der Patient für die Anfahrt inklusive Parkplatzsuche, 30 Minuten reine Behandlungszeit und 15 Minuten für die Abfahrt“, rechnet Eiken durch. Diese Zeit muss ein Vollzeitbeschäftigter in seinen Tagesplan irgendwie integrieren, oft nimmt das Ganze also mehr als eine Mittagspause in Anspruch. So entstand im Laufe der Zeit durch seine Praxiserfahrung die Idee, die Physiotherapie zu den Menschen zu bringen, anstatt die Menschen in eine Praxis kommen zu lassen. Durch den Austausch mit Freunden und Bekannten, die teilweise selbst ein Unternehmen gegründet haben oder in Start-ups arbeiten, konnte sich Jonas Eiken gut gerüstet den Hürden einer Geschäftsgründung stellen: „Ich bin dankbar für die Unterstützung meiner Freunde, denn so konnte ich mir bestimmt viele Fettnäpfchen ersparen.“

Wie funktioniert „Veedelphysio“?

Das Konzept hinter dem Unternehmen „Veedelphysio“ ist simpel, aber innovativ: Jonas Eiken kommt mit seinem Lastenfahrrad zu den Menschen nach Hause oder ins Büro. Dort kann sich der Kölner Alumnus eine ganze Stunde der Therapie widmen und eine viel individuellere Betreuung bieten. Das bedeutet für Patienten und Patientinnen: Keine Wartezeit, keine Parkplatzsuche, keine überfüllten Wartezimmer – und einen Pluspunkt für die Stadt gibt es auch, denn die Straßen werden entlastet. Das Logo des Start-ups verbindet daher minimalistisch die physiotherapeutische Arbeit mit dem Fortbewegungsmittel des Therapeuten: „Das Logo wurde von einem Freund designt und zeigt zum einen die Wirbelsäule mit den Wirbelkörpern und zum anderen das Profil der Reifen. So wird durch das Logo der Körper dargestellt, aber auch das Lastenfahrrad, welches ein fester Bestandteil meines Konzeptes ist“, erklärt Eiken. Unterstützt wird seine Physiotherapie durch eine Trainingsapp (Therapie.io), in der Trainingspläne erstellt und die Ausführung von Übungen simpel dargestellt werden.

Das „Veedelphysio“-Logo – teilweise Wirbelsäule, teilweise Reifenprofil.

Derzeit nutzt Jonas Eiken sein neues Geschäft als zweites Standbein, während er in Teilzeit noch in einer klassischen Physiotherapiepraxis arbeitet. „Ich weiß sehr zu schätzen, dass mein jetziger Arbeitgeber so flexibel ist und mir den Freiraum bietet, den ich brauche, um meinen Traum zu verwirklichen. Dennoch ist es mir als Physiotherapeut ebenso wichtig, meine eigene Persönlichkeit in die Arbeit einfließen zu lassen. Nur so kann man selbst entscheiden, wie genau die Behandlung geplant werden soll und wie lange die Therapie dauert.“ Sein Ziel ist es, flexible Behandlungen anzubieten, die sich nach den Betroffenen richten und noch individuellere Therapien möglich machen – ohne dass für Patienten und Patientinnen mehr Stress entsteht.

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