06.11.2020

Nachos und Chips – eine Snackfalle?

Interview von Janina Raeder und Yasmine Bounouar

Ob Chips, Nachos oder Süßigkeiten – in vielen Situationen greifen wir zu Snacks, die allgemein als ungesund gelten. Trotzdem werden beispielsweise Chips regelmäßig mehrmals im Monat oder gar mehrmals in der Woche konsumiert. Beim Arbeiten, beim Lernen, beim Fernsehen oder auf Parties: Oft stehen Snacks auf dem Tisch und ehe man sich versieht, ist die Schüssel leer. Woran liegt das, dass wir Snacks so gerne essen und wie ungesund ist das wirklich? Zwar werden Nachos aus Mais und Chips aus Kartoffeln hergestellt, aber wirkt sich beides ähnlich auf den Körper aus? Prof. Dr. Joachim Latsch, Studiengangsleiter des Bachelors Ernährung & Fitness in der Prävention (B.Sc.), erklärt, woran es liegt, dass Chips oder Nachos süchtig machen können und was man trotz Konsum tun müsste, um sich selbst fit und gesund zu halten.

Machen Chips süchtig und wenn ja, warum?

Laut aktueller Ernährungsforschung ist die Nährstoffzusammensetzung für die menschliche Zunge besonders reizvoll, die richtige (perfekte) Kombination aus Kohlenhydraten, Fetten, Salz, Gewürzen bzw. deren Verteilung lassen uns suchtartig zugreifen. Das Knuspern und Knistern beim Essen stimuliert zusätzlich.

Welche Inhaltsstoffe gelten als besonders bedenklich?

Als besonders bedenklich gelten die sogenannten Transfette, die als Mitverursacher von Herz-Kreislauferkrankungen gelten, sowie Acrylamide, die als krebserregend eingestuft werden. Und natürlich die reine Energiemenge. Des Weiteren sind ja viele zunehmend skeptisch gegenüber einem solchen, hochgradig industriell gefertigten Nahrungsmittel.

Ab welcher Menge wird der Konsum als gefährlich eingestuft und was sind die (kurzfristigen) Auswirkungen?

„Die Dosis macht das Gift“ ist ein Standardsatz, der auch hier passt. Ab und zu eine Handvoll ist als völlig unbedenklich zu betrachten. Eine 250g Packung kann aber deutlich über 1000 kcal und den mehrfachen Tagesbedarf an Salz sowie die genannten Schadsubstanzen enthalten.

Was sind die Langzeitfolgen von regelmäßigem Überkonsum?

Zu den Langzeitfolgen von regelmäßigem Überkonsum von Chips oder Nachos zählen Übergewicht, Übersalzung (kann zu Bluthochdruck führen), Herz-Kreislauf-Krankheiten, Mangelerscheinungen, Blähungen oder Verstopfung.

Wie lange müsste man joggen, um eine 250g Packung Nachos zu verbrennen?

Das hängt vom Produkt ab. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Produkten mit weniger Kalorien. Zwischen 200-600 kcal pro 100 Gramm Nachos/Chips sind denkbar, je purer desto besser. Bei Nachos kann ja die Käsesauce noch einen Extra-Boost erzeugen. Ein 75kg schwerer Mann müsste etwa 1,5-2 Stunden mit einem mittleren Tempo joggen, um 1300 kcal zu verbrennen, eine 55 kg schwere Frau über 2,5 Stunden.

Am besten macht man sich die Snacks daher im Ofen selbst, wo sie ohne Fett geröstet werden.

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