08.09.2021

Plötzlich Student:in – Strategien und Tipps für einen entspannten Studienbeginn

Beitrag von Barbara Debold und Osman Karcier

Mit dem Studienstart beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt für Sie mit spannenden Erfahrungen, Begegnungen und mit lehrreichen Inhalten. Doch ein neuer Lebensabschnitt bringt auch viele Fragen mit sich. Osman Karcier, Dozent für Soziale Arbeit (B.A.) und Vertrauensdozent in Frankfurt am Main, hat uns dafür ein paar hilfreiche Tipps gegeben.

Sie haben gerade ein Studium begonnen und sind gespannt, was nun alles auf Sie zukommt? Damit Sie gut durch Ihr Studium kommen, müssen Sie auf Ihre Motivation schauen, sich klare Ziele setzen und ein gutes Zeitmanagement haben.

Ihre Motivation

Mit dem Start eines Studiums haben Sie sich ein Ziel gesetzt – Sie möchten einen Studienabschluss erlangen, um in diesem Beruf tätig zu werden. Das ist Ihre Motivation. Diese Motivation kann intrinsisch sein, also aus Ihnen heraus entstanden sein z.B., weil Ihnen diese Aufgabe Spaß macht. Sie kann auch extrinsisch sein, z.B. weil Sie das Unternehmen Ihrer Familie erben werden.

Ihre Ziele

Ob Sie Ihr Ziel auch wirklich erreichen, hängt auch davon ab, wie Sie Ihre Zwischenziele formulieren. Viele Menschen formulieren Vermeidungsziele: „Ich möchte auf keinen Fall durch die Prüfung fallen.“ So nehmen Sie Hindernisse als Bedrohung wahr und nicht als Herausforderung.

Formulieren Sie Ihre Zwischenziele daher lieber als Annäherungsziel: „Ich möchte eine möglichst gute Note bekommen.“ Mit dieser positiven Formulierung nehmen Sie Ihre Fortschritte besser wahr, das hilft auch Ihrer Motivation.

Nutzen Sie für Ihre Ziele die SMART-Methode. Damit werden Ihre Ziele klar definiert und auch erreichbar.

S -> Spezifisch

M -> Messbar

A -> Attraktiv

M -> Realistisch

T -> Terminiert

  1. Formulieren Sie Ihre Ziele positiv.
  2. Schreiben Sie sich rationale Gründe auf, warum dieses Ziel für Sie wichtig ist.
  3. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie es sich anfühlen wird, wenn Sie das Ziel erreicht haben.

Ihr Zeitmanagement

Um effizient mit Ihrer Zeit zu arbeiten, müssen Sie herausfinden, wie Sie Ihren Aufgaben Prioritäten geben.

Dabei kann Ihnen das Pareto-Prinzip (auch 80/20-Regel) helfen. Dieses Prinzip besagt, dass Sie mit 20% des Aufwands 80% des Gesamtergebnisses erreichen werden. Andersherum benötigen Sie für die verbleibenden 20% allerdings auch 80% der Zeit. Das Schwierige ist nun für Sie, herauszufinden, welches die Aufgaben sind, mit denen Sie bei einem Zeiteinsatz von 20 % 80 % der Ergebnisse erzielen.

Perfektionismus, mangelnde Prioritäten und Unstrukturiertheit können umgekehrt dafür verantwortlich sein, dass Sie in 80% der Zeit nur 20% des Ziels/der Ergebnisse erreichen.

Mit der ALPEN-Methode bilden Sie aus einem großen, unüberwindbar erscheinenden Berg von Aufgaben, eine übersichtliche und erklimmbare Hügelkette.

Schaubild ALPEN-Methode

Dabei ist der Part Entscheidungen zu treffen, meist am schwierigsten. Auch hier gibt es wieder eine Methode, die Ihnen weiterhelfen kann – die ABC-Methode. Sie hilft Ihnen dabei Prioritäten zu setzen.

A steht dabei für sehr wichtige Aufgaben

B steht für wichtige Aufgaben

C steht für weniger wichtige Aufgaben

Und so geht´s

  • Teilen Sie Ihre täglichen Aufgaben in das ABC-Schema ein.
  • Erledigen Sie A-Aufgaben am besten in Ihren leistungsfähigsten Zeiten.
  • B-Aufgaben können u.U. nachgeordnet werden,
  • C-Aufgaben, wie z. B. Kleinkram können direkt „abgearbeitet werden“
Frau vor gelben in Hintergund mit geschlossenen Augen, Hände in Yogahaltung

  • Finden Sie Ihre liebsten Zeitfresser heraus, z. B. Warteschlangen, Stau, Unterbrechungen, fehlende Informationen
  • Überprüfen Sie Ihre persönlichen Einstellungen wie z. B. Perfektionismus, Probleme in der Festlegung von Prioritäten, sich nicht abgrenzen und „nein“ sagen können, Prokrastination
  • Suchen Sie nach Zeitplanungsfehler wie z. B. falsche Bewertung der benötigten Zeit für eine Aufgabe, keine Pausen machen, keine Pufferzeiten einplanen, Missachtung des eigenen Biorhythmus

Und wenn die Aufschieberitis kommt?

Aufschieberitis oder Prokrastination trifft uns alle mal. Das Erledigen von Aufgaben wird aufgeschoben, weil Motivation oder Überblick fehlen oder einem die gesetzten Ziele unerreichbar erscheinen. Doch es gibt ein paar Tricks, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Probieren Sie einfach beim nächsten „Aufschieben wollen“ mal aus, was Ihnen am besten hilft.

Und wenn alles nicht hilft und der Studienfrust Sie überkommt?

Dann steht Ihnen das Team der Hochschule an jedem Standort zur Seite. Sprechen Sie Ihre Dozierenden oder Ihre Studiendekan:in an, wenn Sie Fragen oder Probleme in einem bestimmten Fach haben.

Wenden Sie sich an unser Hochschulsekretariat bei Fragen zur Organisation Ihres Studiums. Unsere Mitarbeiter:innen haben viel Erfahrung in der Organisation eines Studiums und finden auch für Sie eine Lösung.

Sie brauchen Unterstützung in Stresssituationen, bei Prüfungsangst, in persönlichen Krisen und bei Konflikten? Dann empfehlen wir Ihnen ein vertrauliches Gespräch mit unseren Vertrauendozent:innen an. Sie haben immer ein offenes Ohr für Sie.

Osman Karcier, Dozent in der Sozialen Arbeit und Vertrauensdozent in FrankfurtOsman Karcier ist seit 2016 Dozent für Soziale Arbeit (B.A.), seit 2017 Vertrauensdozent in Frankfurt am Main. Er ist außerdem systemischer Berater, Coach und Supervisor. In der Immatrikulationswoche gibt er einen Workshop für alle Studierenden zum Thema „Plötzlich Student:in“.
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