01.07.2021

Studierende entwickeln gesunde Systemgastronomie

Interview von Marco Nebgen und Nadja Riedel

Wir haben uns mit Raúl Comesana Macias und Julian Wild, den Gründern von Flowcarb getroffen und über ihr Geschäftsmodell gesprochen. Sie möchten mit ihrer Systemgastronomie beim Abnehmen unterstützen und dabei auf regionale und nachhaltige Produkte zurückgreifen. Damit konnten sie die Accelerator-Jury erfolgreich überzeugen und wurden Teilnehmer im Pioneer Program der Hochschule Fresenius.

Was macht Flowcarb?

Raul: Wir werden eine Systemgastronomie, die gesundes Fitness Fast Food anbietet und dabei keinerlei Kompromisse mehr hinsichtlich Qualität eingeht. Besonders das Wort „gesund“ ist hierbei zu betonen, da prinzipiell auch frittiertes Chicken vom Proteingehalt durchaus attraktiv ist, aber im Gesamtkontext hingegen sehr schlecht abschneidet. Unsere Produkte bauen wir hierbei auf dreierlei Rubriken auf: Produkte, die Dich beim Abnehmen unterstützen, ebenso wie bei Masseaufbau oder dem reinen „Halten“ von Gewicht. Aber wir wollen nicht nur durch unsere Produkte überzeugen, sondern genauso durch das Design unserer Restaurants. Dort bieten wir eine Schnittstelle zwischen Fitnessstudio und Gastronomie, beispielweise durch den Einsatz von diversen umgebauten Fitnessgeräten in unserer Einrichtung. Damit verfolgen wir das Ziel Flowcarb nicht einzig zu einer Restaurantkette aufzubauen, sondern eine wirkliche Community zu erschaffen.

Was ist Euer UNIQUE SELLING POINT (USP)?

Raul: Was uns ausmacht, haben wir größtenteils schon beantwortet. Was ich allerdings gerne noch hier speziell sagen möchte ist, dass eine Gründung einen Mehrwert bieten soll. Genau in unserem Bereich gibt es einen großen Mangel an qualitativ guten Angeboten und genau aus diesem Grund heraus gründen wir aktuell Flowcarb. Außerdem ist es so, dass sich die Systemgastronomie derzeit nur reagierend und nicht agierend verhält. Genau dieses Muster wollen wir durchbrechen und daraus einen echten Mehrwert für unsere Kunden erzeugen. Noch dazu werden wir auf regionale und nachhaltige Produkte zurückgreifen, was aktuell in der Systemgastronomie selten zu finden ist.

Wichtiger als die Idee an sich, sind ja bekanntlich die köpfe hinter dem ganzen. stellt euch doch mal vor. 

Julian: Ich bin Julian und studiere gerade Automatisierungstechnik im sechsten Semester, verdiene meinen Lebensunterhalt mit einem Nebenjob, gehe gerne zum Sport und beschäftige mich viel mit Technik.

Raul: Ich bin Raul und muss nicht mehr soviel Sport machen, da Julian den Sport für uns beide macht. Außerdem studiere ich Psychologie im Bachelor an der Hochschule Fresenius und arbeite nebenbei im Familienunternehmen. Aber auch sonst suche ich immer gerne nach Neuem!

Welche Herausforderungen habt ihr?

Julian: Momentan ist unsere größte Herausforderung die zeitlichen Ressourcen, die uns zur Verfügung steht. Wir studieren beide, gehen arbeiten, haben Partnerinnen – da fällt das Zeitmanagement manchmal schwer.

Raul: Außerdem ist Corona ein Punkt, da die Krise bekanntlich Auswirkungen auf die Gastronomie hat. Allerdings kann sich das für uns auch als Vorteil herausstellen, da beispielweise Preise sinken, Locations frei werden und so weiter.

Wie finanziert ihr euch?

Raul: Das ist aktuell nicht unser wichtigstes Thema. Jetzt heißt es erstmal PS auf die Straße bringen. Wir erhoffen mit unserem MVP schnell nachhaltige Erfahrung sammeln zu können und unser Geschäftsmodell zu verbessern. Danach werden wir mehr sagen können. Bis dato bezahlen wir aber alles aus eigener Tasche.

Wie seid ihr auf den Accelerator des Pioneer Lab aufmerksam geworden?

Raul: Ich studiere an der Hochschule Fresenius und bin intern auf das Pioneer Lab aufmerksam geworden, mit dem ich dann in Kontakt getreten bin. Und im Zuge der Gespräche, die ich mit Max hatten, hat er mich dann zur Teilnahme am Accelerator ermutigt, was dann unsere Bewerbung zur Folge hatte.

Habt ihr schon mal ans Aufgeben gedacht?

Julian: Ans Aufgeben eher nicht. Natürlich ist es manchmal schwer – leider hatten wir auch schon frühe Niederschläge, die uns belastet haben, aber hey – wir sind hier. Also alles gut, würde ich sagen.

Habt ihr irgendwelche Gründer oder Vorbilder, die ihr gern mal treffen möchtet?

Julian: Tatsächlich ist für mich jeder ein Vorbild, der etwas aus dem Nichts erschaffen hat. Dementsprechend habe ich kein spezifisches Vorbild, aber ich weiß, dass es viele Leute gibt, die studieren und sich nebenbei, ohne große finanzielle Mittel, etwas aufbauen. Aus diesem Wissen heraus motiviere ich mich.

Raul: Ein Vorbild ist mein eigener Vater, da er als Gastarbeitersohn hier nach Deutschland kam, ohne finanzielle Ressourcen aufgewachsen ist und heute ein großes Unternehmen führt.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Raul: Es war auch bei uns diese klassische Namensfindungsstory. Ich lag im Bett und kurz vor dem Einschlafen schießt mir der Name durch den Kopf. Wir hatten vorher zwar schon einen anderen Namen, aber Flowcarb hat sich dann letztendlich durchgesetzt.

Was wollt ihr gründungsinteressierten studierenden mit auf den Weg geben?

Julian: Man sollte nicht zu viel über alles nachdenken, sondern einfach mal machen. Fangt irgendwo an und entwickelt Euch immer konkrete Pläne, die Ihr dann konsequent umsetzt.

Raul: Man findet viele Menschen, die smarter sind als man selbst – man muss nur in den richtigen Raum gehen. Geht genau in diese Räume und wenn diese Menschen Dir dann sagen, dass Deine Idee eventuell nicht so spektakulär ist, wie du sie dir selbst vorstellst, überleg Dir, wieviel Dir diese Idee wert ist. Und wenn bei dieser Überlegung ein hoher Wert rauskommt: Mach´s trotzdem, nur optimiere es!

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