KI-Projekt im Gesundheitswesen – neuronale Netze für medizinische Prognosen

Neuronale Netze sind ein Forschungsgebiet der Neuroinformatik und damit ein Wissenschaftszweig der künstlichen Intelligenz. Klingt sehr trocken und theoretisch, doch wenn man in die Augen unserer Studenten Dominik Kühn und Sven Eschlbeck schaut, brennt dort ein Feuer für dieses Thema. Die beiden Studenten der Hochschule Fresenius absolvieren ihr Praktikum im Bereich KI beim Spezialisten für Big Data im Gesundheitsmarkt – INSIGHT Health GmbH & Co. KG

Dominik Kühn und Sven Eschlbeck studieren Angewandte Informatik für Industrie und Technik (B.Sc.) im fünften Semester an der Hochschule Fresenius. Im vierten Semester ist in dem Curriculum dieses Studiengangs ein Praxissemester vorgesehen. Über die Hochschule bekamen die beiden Kontakt zu INSIGHT Health GmbH Co. KG, einem Anbieter von Big Data-Lösungen im Gesundheitsbereich.

Im Rahmen ihres Projektes „Diagnostic predictions“ ist es ihre Aufgabe, große Mengen an Daten auszuwerten und anhand dieser Daten Prognosen über Krankheitsverläufe bzw. zukünftige Medikamentierung zu erstellen.

Dabei bedienen sich die beiden hauptsächlich Daten aus Hessen und analysieren Apothekenrezepte sowie anonymisierte Patientendaten.

Dieses Projekt ist ein Baustein in einem Zehn-Jahresplan des Unternehmens INSIGHT Health. Dominik Kühn und Sven Eschlbeck entwickeln eine Software, die die Voraussagen über die Entwicklungen von Krankheitsverläufen treffen soll. Die Ergebnisse sind wichtige Informationen für Mediziner:innen in den Therapien der Patient:innen und in der Pharmaindustrie für die Planung der Medikamentenproduktion.

„Es ist ein experimentelles Projekt. Unsere Software ist wie eine Blackbox. An einer Stelle kommen die Daten rein und an einer anderen die Prognosen raus. In dieser Box befindet sich das neuronale Netz, das Informationen miteinander verknüpft, um die Prognosen zu erstellen. Immer wieder greifen wir in die komplexen Strukturen des Netzwerkes ein und trainieren es.“

Dominik Kühn, Student Angewandte Informatik für Industrie und Technik (B.Sc.)

Für die beiden sind die größten Herausforderungen zum einen die immens großen Datenmengen. Zum Glück werden sie dabei mit Know-how und Hardware von INSIGHT Health unterstützt. Zum anderen stellt sie das Projektmanagement vor eine große Aufgabe. Noch nie haben sie sich einem so komplexen Thema stellen müssen. Doch zum Glück hatten sie bereits in den ersten Semestern ihres Studiums Projektmanagement, Programmieren und Statistik im Stundenplan. Ein Wissen, dass ihnen nun bei der Erstellung ihres eigenen Projektplans zugutekommt.

Inzwischen haben die beiden ein festes Büro in der Firmenzentrale von INSIGHT Health in Waldems-Esch. Das Projekt, angesetzt auf ein halbes Jahr, ist auf ein ganzes Jahr ausgeweitet worden.

Begleitet werden sie bei dieser anspruchsvollen Aufgabe sowohl vom Geschäftsführer Thorsten Flach als auch von ihren Praktikumsbetreuern der Hochschule, Andreas Zieleniewicz und Prof. Dr. Thorsten Daubenfeld.

Der Geschäftsführer Thorsten Flach ist von den beiden Studenten und ihrer Umsetzung der Aufgabe beeindruckt: „Wenn sich zwei junge Menschen so für etwas begeistern und Ideen selbst entwickeln und umsetzen möchten, ist das toll. Daher unterstützen und fördern wir die beiden bestmöglich auf ihrem Weg mit unserem Wissen und unseren Daten.“

Für die Hochschule Fresenius müssen die beiden nach Abschluss ihres Projektes noch eine wissenschaftliche Arbeit darüber abgeben. Doch den eigentlichen Abschluss des Projektes beim Unternehmen werden sie nicht mehr mitbekommen. Denn dort erstellen sie mit der Software nur das Grundgerüst, sie prüfen, ob die Theorie hinter dieser Idee funktioniert. Die Umsetzung, Implementierung in größere Softwareprojekte, Anpassungen für die Kunden, Frontendentwicklung und Einführung sind kommende Schritte auf einem weiten Weg, der einige Jahre in Anspruch nehmen wird.

„Wir haben während unseres Praktikums so vieles gelernt, das wertvoll für das spätere Berufsleben sein wird. Natürlich im Bereich Softwareentwicklung und  Hardware, doch wir haben auch erfahren, wie es ist, in einem Team zu arbeiten, mit einem Projektplan. Nun ist uns klar, was es wirklich heißt, zu arbeiten. Wir haben Disziplin gelernt, wir mussten uns gut organisieren und strukturieren. Es hat uns unfassbar viel Spaß bereitet.“

Sven Eschlbeck, Student Angewandte Informatik für Industrie und Technik (B.Sc.)

Für Dominik Kühn und Sven Eschlbeck ist ganz klar, dass sie nach ihrem Bachelorstudium noch einen Master anschließen werden – vielleicht berufsbegleitend oder im Fernstudium.

unsere studiengänge im bereich informatik

WEITERE Blogbeiträge