Sven Eschlbeck forscht für nachhaltige Fischerei im Bereich Meeresbiologie

Sven Eschlbeck studiert in der Themenwelt Informatik an der Hochschule Fresenius. Gerade schreibt er seine Bachelorarbeit beim Institut de Ciències del Mar (ICM) in Barcelona. Ziel seiner Arbeitsgruppe in Spanien ist es, die Fischerei im Mittelmeer nachhaltig und umweltverträglich zu gestalten und damit der Überfischung entgegenzuwirken.  

Das ICM ist Teil des Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC), einer öffentlichen Wissenschaftsorganisationen mit Standorten in ganz Spanien. Das ICM fokussiert sich auf Meereswissenschaften, Ökologie, Ozeanografie und Fischerei. Ich war dort im Team für Fischerei und Meeresbiologie tätig.

Die Arbeitsgruppe hat es zum Ziel, die Fischerei im katalanischen Meer und insgesamt im Mittelmeer nachhaltig und umweltverträglich zu gestalten – ohne die Lebensgrundlage der Fischer und lokalen Wirtschaft zu entziehen.

Das Mittelmeer ist in einer schlechten Verfassung. Geschätzte 70 Prozent aller Arten sind (teils massiv) überfischt und Regierungen und Entscheidungsträger sind auf Analysen der Wissenschaft angewiesen, Fischbestände qualitativ und quantitativ zu beschreiben.

Diese Aufgabe hat die Arbeitsgruppe des ICM. Es geht darum, Trends in der Entwicklung von Fischbeständen, Fischereitechniken und deren Auswirkungen auf das Meer und die Artenvielfalt zu erkennen.


Das ICM ist Teil des Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC), einer öffentlichen Wissenschaftsorganisationen mit Standorten in ganz Spanien. Das ICM fokussiert sich auf Meereswissenschaften, Ökologie, Ozeanografie und Fischerei. Ich war dort im Team für Fischerei und Meeresbiologie tätig

Fischbestände werden sowohl händisch als auch mittels Simulationen/Berechnungen erfasst. Zum einen gibt es stichprobenartige Fänge, um Fische labortechnisch zu untersuchen. Andererseits benötigt man Computer-Modelle, die vorhersagen können, wie viele Fische welcher Art im Mittelmeer zu finden sind, wie sich die Populationen entwickeln und letzten Endes, ob überfischt wird oder ob noch „Luft nach oben“ ist.

Dabei geht es darum, möglichst nah am Maximum Sustainable Yield (MSY) zu fischen, also so viele Fische wie möglich zu fangen und trotzdem noch Artenvielfalt und Nachhaltigkeit gewährleisten zu können und unsere Meere nicht zu Überfischen.

Es gibt viele unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Zielen. Ich habe ein Modell namens Length-based pseudo-cohort analysis model (LBPA) näher untersucht. Dieses wurde ursprünglich in Chile entwickelt und bisher nur im Pazifik eingesetzt. Dieses Modell ist in der Lage, auch in datenarmen Szenarios zum Einsatz zu kommen und soll mit meiner Hilfe zum ersten Mal für Fischbestände des Mittelmeers getestet und angepasst werden.

Ergebnis des Projekts war kurzgesagt, dass sich das Modell in der Tat eignet, um Fischbestände (in unserem Fall Seehecht, roter und blauer Shrimp) zu modellieren. Die generellen Trends der Überfischung – die auch andere Modelle und Berichte darlegen – konnten auch hier bestätigt werden. Dieser Test legte den Grundstein, um LBPA in Zukunft weiter auszubauen, noch mehr ans Mittelmeer anzupassen und evtl. zum Muster-Modell für datenarme Fischbestandssimulation zu machen.

Die Arbeit hat noch keinen direkten Einfluss auf die Fischerei oder politische Entscheidungen gefunden, sondern wird als Teil einer Dissertation (von Pablo Couve, Doktorand aus Chile am ICM) in den kommenden Jahren veröffentlicht und dann einen Beitrag zur Forschung leisten.

Grafik, die aufzeigt, dass viele Shrimps vor ihrer Reife gefangen werden.
Die Grafik zeigt auf, dass viele Shrimps vor ihrer Reife (Maturity) gefangen werden. Quelle: Sven Eschlbeck
Grafik, die aufzeigt, dass viele Seehechte vor ihrer Reife gefangen werden.
Diese Grafik zeigt auf, dass viele Seehechte vor ihrer Reife (Maturity) gefangen werden. Quelle: Sven Eschlbeck
Grafik zeigt auf, wie viele Shrimps in welchen Größen vorkommen
Diese Grafik zeigt auf, wie viele Shrimps in welchen Größen im untersuchten Gebiet vorkommen (tatsächlich/current vs. ideal/target vs. unbefischt/unfished). Quelle: Sven Eschlbeck
Ergebnisse des Computerprogramms zum Yield-per-recruit-Index
Informatik in der Meeresbiologie: Vergleich des YPR (Yield-Per-Recruit)-Indexes zwischen Palamós und dem restlichen Katalanischen Meer. Quelle: Sven Eschlbeck

    Unsere Studiengänge im Bereich Digitalisierung, Technologie und Engineering