Erfahrungsbericht Auslandspraktikum in den USA

Erfahrungsbericht Auslandspraktikum USA

Mein Praktikum

Letzten Herbst habe ich mein erstes Berufspraktikum über See angetreten. Die Firma Putsch® liegt im Herzen der Blue Ridge Mountains in Asheville, North Carolina, USA. Als Praktikantin in Sales und Marketing, habe ich dort gesamte sechs Monate verbracht und wurde intensiv in den Arbeitsalltag eingebunden.

Arbeiten in den USA

Es ist besonders interessant den Kontrast zu Deutschland erlebt zu haben. Der Kontakt zu Kunden, in meinem Falle B2B Kund*innen im Industriebereich, und erst recht unter Mitarbeiter*innen ist herzlich und zuvorkommend. Besonders in den Südstaaten stolpert man dabei auch gerne immer wieder über ein typisches „ How y‘all doin‘ today?“. Die entspannte Arbeitsatmosphäre hat es mir sehr erleichtert schnell Anschluss zu finden. Und auch erste Unsicherheiten beim Sprechen wurden immer mit einem Lächeln begegnet und sind alles andere als schlimm. So oder so ist es viel für die Kolleg*innen viel Interessanter ihre eigenen Deutschkenntnisse auf die Probe zu stellen. Über ein kurzes Hallo gehen diese jedoch meist eher nicht heraus.

Da ich in einem eher kleinen Unternehmen gearbeitet habe, hatte ich die Möglichkeit eng mit allen Bereichen zusammen zu arbeiten. Im Zusammenspiel von Supply Chain Management, Produktion und Accounting habe ich viele weitreichende Erfahrungen sammeln und mit jedem Monat immer selbstständiger anwenden können.

Ein paar Empfehlungen

Ich hatte zuerst überlegt für drei Monate in die Staaten zu gehen, beruflich sowie auch privat waren die sechs Monate jedoch absolut die richtige Entscheidung. Während der erste Monat noch vollgepackt war mit Besuchen bei Behörden und Banken, haben sich nach und nach die Freundschaften gefestigt und meine Rolle in der Firma Form angenommen. Spätestens ab dem dritten Monat fühlt es sich dann fast an wie Zuhause. So habe ich dort nicht nur Thanksgiving, sondern auch Weihnachten und Silvester mitgenommen. Eine Entscheidung, die ich immer wieder treffen würde.

Weitere Empfehlungen meinerseits? Zum einen das Visa rechtzeitig zu beantragen. Dies hat mir vor meiner Abreise tatsächlich den meisten Stress verursacht und einige Monate in Anspruch genommen. Zudem ist der Aufwand vor Ort nicht zu unterschätzen. Plant genug Zeit vor Praktikumsbeginn ein für alle Behördenbesuche etc. Dies war zumindest in meinem Falle des bezahlten Praktikums notwendig. Ansonsten könnt ihr aber alles auf euch zukommen lassen. Anschluss findet man über die Firma an sich gut und generell werden euch die Amerikaner schnell in ihre Mitte aufnehmen. Und wenn ihr könnt: Nutzt eure Freizeit zum Reisen.

When to do what – Praktikum in den USA

Bald geht dein großes Abenteuer los – dein Praktikum in den USA steht bevor! Aber bevor du dich in die aufregende Zeit stürzt, gibt es ein paar wichtige Dinge zu erledigen und zu beachten.

Mindestens drei bis vier Monate vor deinem Abflug ist es Zeit, sich um dein Visa zu kümmern. Für Praktika wird normalerweise das J1 Visa benötigt. Stelle sicher, dass du eine Checkliste hast, um alle erforderlichen Unterlagen wie Versicherungen, Empfehlungsschreiben und andere Dokumente vorzubereiten. Die German American Chamber of Commerce hat sich als hilfreiche Agentur erwiesen, also könnte es lohnenswert sein, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Das benötigte DS-2019 Formular für dein Visa kannst du nämlich leider nicht alleine, sondern nur über eine Agentur bekommen.

Sobald das Visa geregelt ist, ist es zwei Monate vorher an der Zeit, sich um eine Unterkunft zu kümmern. Es gibt großartige Websites, die dir bei der Suche nach einer passenden Wohnung helfen können. Über Roomies.com habe ich etwa eine WG gefunden. Aber Achtung: Zieht nur mit Fremden zusammen, wenn ihr euch wirklich sicher seid! Ich stand beispielsweise bereits mit Personen in den USA in Kontakt, welche mir im Notfall hätten helfen können.

Wenn du dann endlich in den USA bist, gibt es einige wichtige Dinge zu erledigen, um dich einzuleben. Besorge dir zunächst eine lokale Handynummer und melde dich für WLAN an. Manche VISA Agenturen haben eigene Handyverträge, die gegebenenfalls leichter einzurichten sind. Bis das passiert ist, lade dir aber am besten schon mal die Karten auf Google Maps vorher runter. Man verfährt sich am Anfang ja ansonsten doch das ein oder andere Mal. Danach beantrage bei der Stadt deine Sozialversicherungsnummer, richte ein Bankkonto ein und beginne, dich in deiner neuen Umgebung zurechtzufinden. Ich habe für das ganze etwa zwei Wochen benötigt. Erst danach kannst du mit deinem bezahlten Praktikum beginnen.

Während des Praktikums gibt es regelmäßige Anforderungen zu beachten. Denke daran, Zwischenberichte für die Visaagentur einzureichen und einen Bericht für die Fresenius zu verfassen, damit dein Praktikum anerkannt wird. Vergiss auch nicht, deine Lohnabrechnungen aufzubewahren, diese könnten später wichtig sein.

Nach dem Praktikum ist vor der Steuererklärung! In den USA hast du eine gute Chance, lokale Steuern zurückzubekommen, also lohnt es sich, eine US-Steuererklärung einzureichen.

Denke daran, dass dieses Abenteuer nicht nur aus Arbeit besteht. Nutze die Zeit, um Land und Leute kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und das Beste aus deinem Praktikum in den USA herauszuholen!