13.12.2019

Symposium Gemeinwohl und Spitzensport – Fakt und Fiktion

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Am Dienstag, den 10. Dezember 2019, fand am Kölner Standort der Hochschule Fresenius ein spannendes Symposium zum Thema „Gemeinwohl und Spitzensport – Fakt und Fiktion“ in Kooperation mit der Leipzig Graduate School of Management (HHL) statt. Prof. Dr. Fabian Christandl, Studiendekan des Masterstudiengangs Wirtschaftspsychologie (M.Sc.), lud hierfür vier imponierende Referenten und zahlreiche Studierende sowie Dozierende zum inspirierenden und interdisziplinären Austausch in das Kölner ATRIUM ein. Unterstützung erhielt er von Ingmar Höhmann vom Harvard Business Manager, der die Veranstaltung moderierte sowie die anschließende Podiumsdiskussion führte.

Kontroverser und intensiver Austausch

Der Psychologe und Wirtschaftsprofessor der HHL, Prof. Dr. Timo Meynhardt, sprach während des Symposiums über den GemeinwohlAtlas und thematisierte in diesem Zusammenhang insbesondere die Einschätzungen zu Institutionen aus dem Spitzensport. „Der Spitzensport hat ein Imageproblem“, so der Referent. Aus diesem Grund stünde man auf der Seite der Fiktion und sei der Verteidiger dessen. Fakten alleine würden gar nichts bringen, denn es komme auf die Wahrnehmung an. In Anbetracht der Rangfolge des GemeinwohlAtlas wird schnell deutlich, dass die Fußballverbände schlecht abschneiden. So befindet sich die Union of European Football Associations (UEFA) auf dem 133. und die Fédération Internationale de Football Association, kurz FIFA, auf dem vorletzten Platz.

„Was sind Treiber des Gemeinwohlbeitrags aus Sicht der Bevölkerung und woran liegt es, dass bestimmte Institutionen alles versuchen können und es dennoch nicht schaffen, in der Wahrnehmung der Bevölkerung besser dazustehen?“ Diesen spannenden Fragen ging der zweite Referent Pierre Hatje nach. Hierfür untersuchte der Managing Director bei impact&emotions mittels einer Online-Umfrage soziales Engagement in Fußballvereinen und fand heraus, dass dieses Engagement in der öffentlichen Wahrnehmung der Clubs verankert sein muss, um glaubhaft zu erscheinen. „Andererseits entfernt sich der Fußball von seinen Fans“, so Pierre Hatje.

Darüber hinaus war der ehemalige Geschäftsführer und Manager zahlreicher Vereine, Andreas Rettig zu Gast. Er behandelte die Thematik einer nachhaltigen Fußball-Bundesliga. Diese Nachhaltigkeit greife zu kurz: „Wir müssen unsere Verantwortung gerecht werden. Der Fußball hat auch eine gesellschaftliche Verantwortung, da müssen wir im Profi-Fußball selbstkritisch sein.“ Außerdem entstehe heutzutage eine emotionale Entfremdung zwischen Fan und Verein, da die emotionale Bindung zurückgehe.

Christian Müller ist Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs Sportmanagement (B.A.) an der Hochschule Fresenius in Köln. Neben langjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Institutionen des Spitzensports, ist er zusätzlich im Bereich Breitensport sehr aktiv. Innerhalb des Symposiums schilderte er persönliche Eindrücke und fragte, ob der Profifußball durch Überkommerzialisierung das Allgemeinwohl aufs Spiel setze.

Podiumsdiskussion und Get-Together

Nach den beeindruckenden Impulsvorträgen der Referenten führte Ingmar Höhmann durch eine Podiumsdiskussion. Neben der erneuten Behandlung der Glaubwürdigkeit von Vereinen, stand auch die Frage nach der Zielgruppe im Raum. Prof. Dr. Timo Meynhardt betonte hierbei: „Wir müssen Komplexität annehmen.“ Und Andreas Rettig war sich sicher: „Fußball schafft Identifikation und Zusammenhalt.“

Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs Sportmanagement (B.A.) Christian Müller
Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs Sportmanagement (B.A.) Christian Müller
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