20.01.2021

Publikation einer Masterabsolventin der Hochschule Fresenius

Beitrag der Redaktion

Ariane Bors absolvierte den Masterstudiengang Neurorehabilitation für Therapeuten (M.Sc.) an der Hochschule Fresenius in Köln. In ihrer Masterarbeit untersuchte die Absolventin eine neue therapeutische Methode für chronische Schmerzpatienten mit CRPS als Primärerkrankung und verfasste zudem einen patientenorientierten Übersichtsartikel, der in der Verbandzeitschrift SchmerzLos Aktuell 04/2020 der Patientenorganisation UVSD SchmerzLos erschienen ist.

Seit fünf Jahren arbeitet Ariane Bors als Physiotherapeutin in einer niedergelassenen Praxis für Physiotherapie am Niederrhein. Die Schwerpunkte in ihrem Praxisalltag sind Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, CRPS und MS sowie weiteren erblichen oder erworbenen Einschränkungen.

Graded Motor Imagery als Therapieoption bei CRPS

Andauernde Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, oder auch ein kribbelndes oder taubes Gefühl in einem oder mehreren Körperteilen, die oft schon durch geringe Alltagsbeanspruchungen verstärkt werden – dies ist für viele Menschen, die an dem Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) leiden, Alltag. Der Leidensdruck der CRPS Betroffenen und deren Angehörigen ist oft groß, da die Erkrankung zu massiven Einschränkungen im täglichen Leben der Betroffenen führen kann.

Als eine Behandlungsmethode im bewegungstherapeutischen Bereich wird in der DGN Leitlinie das Graded Motor Imagery (GMI) erwähnt. GMI wurde Anfang der 2000er entwickelt und findet seit einigen Jahren vereinzelt in Deutschland Anwendung. Die Grundidee von GMI ist nicht nur den Körper, sondern vorrangig das Gehirn als Schaltzentrale aller Aktivitäten zu trainieren und so die Symptome von CRPS zu lindern

Besonders vor dem Hintergrund der Heterogenität des Krankheitsbildes CRPS ist es aus therapeutischer Sicht interessant zu untersuchen, ob sich bei CRPS Betroffenen in Deutschland, die schon einmal mit GMI in Deutschland behandelt wurden, Veränderungen feststellen lassen. Diese Überlegungen waren die Basis für Ariane Bors Abschlussarbeit.

 „Der Einfluss des GMI Programms auf die subjektive, gesundheitsbezogene Lebensqualität von CRPS Patienten.“

Hierfür wurde im März 2020, nach Besuchen in mehreren Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland, eine anonyme Onlineumfrage erstellt, welche Fragen zur Erkrankung CRPS, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zu GMI beinhaltete. Nach Schließung des Umfragezeitraums Ende März 2020 hatten 22 CRPS Betroffene die Onlineumfrage beendet. Verglichen wurden die Durchschnittswerte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von der Gruppe, die schon mit GMI behandelt wurde, mit denen der Gruppe, die noch nicht mit GMI behandelt wurde.

Insgesamt spiegeln die Antworten aller teilnehmenden CRPS Betroffenen sowohl die Heterogenität der Erkrankung CRPS als auch die unterschiedliche Umsetzung der Therapieform GMI wider. Als Fazit für die therapeutische Praxis in der Behandlung von CRPS Betroffenen hat die Onlineumfrage die Notwendigkeit der individuellen Behandlung jeder Person gezeigt. Diese Studie stellt somit eine Pilotstudie dar, da zum ersten Mal in Deutschland ein Zusammenhang zwischen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von CRPS Betroffenen und GMI untersucht wurde.

Ariane Bors Masterarbeit wurde nun zu einer weiterführenden Publikation in der Verbandzeitschrift SchmerzLos Aktuell verarbeitet. Diese Zeitschrift hat mit über 10.000 Druckexemplaren  im Jahr eine Reichweite in sämtlich relevante Einrichtungen zur spezialisierten Versorgung von chronischem Schmerz und hilft Patienten, deren eigene Situation besser zu verstehen und Therapieentscheidungen besser mit treffen zu können.

„Wir sind stolz auf unsere Studierenden“

Katharina Brück,  Studiengangsleiterin für Neurorehabilitation für Therapeuten (M.Sc.) und Prof. Dr. Britta Lambers unterstützten Ariane Bors bei ihrer Arbeit.

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