21.01.2020

Projektstudie: Zukunft traditioneller Automobil-Händlerbetriebe

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Kölner Studierende des Studiengangs Automotive & Mobility Management (B.Sc.) haben im Rahmen einer Projektarbeit zukunftsorientierte Prognosen und Empfehlungen für traditionelle Automobil-Händlerbetriebe erarbeitet. Hierzu wurde der Projektpartner Autohaus Menger GmbH & Co. KG in Beverungen gewonnen, der seit Jahrzehnten als traditioneller Ford-Markenhändler tätig ist. Ihre Ergebnisse stellten die Studierenden nun den Geschäftsführern Michael Disse und Bernd Schmidtmann vor.

Das Praxisprojekt erstreckte sich über das gesamte dritte Semester. Im Bearbeitungsprozess tauschten sich die Studierenden nicht nur regelmäßig mit dem Projektpartner aus, sondern auch mit Studiendekan Prof. Dr. Mahammad Mahammadzadeh sowie mit Rainer Pommerien, externer Lehrbeauftragter im Studiengang Automotive & Mobility Management (B.Sc.) und Projektmentor.

Im Rahmen der Projektarbeit lernten die Studierenden unter anderem, teamorientiert zu arbeiten, eine gleichmäßige Aufgabenverteilung zu organisieren und zukunftsorientierte Lösungsvorschläge für den Projektpartner zu entwickeln, inklusive Prognosen und Empfehlungen für die kommenden Jahre. Dafür werteten sie Studien, Berichte sowie Statistiken aus und stellten passende Ergebnisse zusammen. Jedes Teammitglied bearbeitete dabei ein spezielles Thema: Simon Hartmann war für die Darstellung der „Aufgaben und Dienstleistungen traditioneller markengebundener Automobilhändler“ zuständig, Nikolas Milikic recherchierte den „Einfluss der Digitalisierung auf den Automobilhandel“, Len Forsch analysierte den „Einfluss der Elektromobilität auf den Automobilhandel“ und Tom Birel eruierte den „Einfluss des autonomen Fahrens auf den Automobilhandel“.

Auf diese Veränderungen müssen sich traditionelle Automobil-Händlerbetriebe einstellen

Automobilhersteller und -händler befinden sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, der durch die Digitalisierung, Elektromobilität, das automatisierte/autonome Fahren und durch massive Klimaschutzbewegungen bedingt wird. Davon ausgehend formulierten die Studierenden folgenden Ausblick für die kommenden Jahre:

  • In urbanen Gebieten werden die jüngeren Käufergruppen auf die immer besser werdenden Mobilitätsangebote zurückgreifen und oftmals auf den Besitz eines eigenen Fahrzeugs verzichten.
  • Der Neuwagenverkauf wird in größeren Städten zurückgehen und somit auch einen negativen Einfluss auf den Umsatz von Automobilhändlern haben.
  • Im Laufe der nächsten Jahre wird der Verkauf an Elektrofahrzeugen an Gewicht gewinnen, hierdurch werden Wartungsarbeiten und Reparaturen aufgrund von weniger erforderlichen Teilen sowie geringen Wartungsanforderungen zurückgehen.
  • Aufgrund des automatisierten und später durch das autonome Fahren wird es auf unseren Straßen zu weniger Unfällen kommen, was wiederum zu geringeren Werkstattumsätzen führen wird.

„Hierdurch werden die Umsätze in den Automobil-Händlerbetrieben zurückgehen und die Unternehmen müssen sich rechtzeitig Gedanken dazu machen, welche Alternativen es gibt, diese Einbußen in der Zukunft zu kompensieren“, erklärten die Studierenden.

Neuausrichtungen in Vertrieb und Service vonnöten

Im Vertrieb und Service werden die aufgrund der genannten Trends notwendigen Veränderungen primär durch die Automobilhersteller vorangetrieben. Da sie aber auch Automobilhändler beträfen, müssten sich diese ebenfalls auf die Veränderungen in der Zukunft einstellen, so die Studierenden in ihrer Präsentation. Hierzu gaben sie folgende Anregungen:

  • Investitionen in die digitale Infrastruktur im Händlerbetrieb, so dass ein fließender Wechsel zwischen Online und Offline gewährleistet werden kann.
  • Vernetzung der Systeme, um Prozesse besser und effizienter zu gestalten, doppelte Eingaben zu vermeiden und somit kostensparend zu arbeiten.
  • Schulungen der Mitarbeiter, um mit den neuen Systemen und Abläufen vertraut zu werden und diese optimal zu nutzen.
  • Durch die vorgenannten Maßnahmen auch die Multi-Channel-Strategien anstreben, um gerade die jüngere Generation hierdurch besser anzusprechen.
  • Rechtzeitige Schulungen der Verkäufer und Werkstattmitarbeiter, um alle Kundenfragen rund um die Elektromobilität bezüglich Verkauf und Wartung dieser neuen Fahrzeuge im Detail erläutern und natürlich auch professionelle Wartungen und Reparieren durchführen zu können.
  • Investitionen starten, um im Laufe der nächsten Zeit Ladesäulen auf dem Händlerbetrieb zu etablieren. Hierzu sollten auch die Kommunen mit zur Unterstützung eingebunden werden.
  • Neue Mobilitätslösungen erarbeiten und anbieten (ggf. Hersteller einbinden).

„Der Umbruch in der Mobilitätsbranche wird uns noch einige Zeit beschäftigen, auch im Studiengang Automotive & Mobility Management (B.Sc.). Die Ergebnisse und die Kernaussagen dieser Projektarbeit sollen daher auch mit zukünftigen Studierenden diskutiert werden“, erklärte Rainer Pommerien abschließend.

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