16.10.2019

Nachhaltigkeit – ein Wettbewerbsvorteil in der Hotellerie?

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Standort München

Münchner Studierende erfahren in einem spannenden Gastvortrag, wie Hotels nachhaltiges Handeln zu ihrem Vorteil nutzen können.

Kann Nachhaltigkeit in der Hotelbranche als Wettbewerbsvorteil genutzt werden? Um diese Frage drehte sich am 9. Oktober ein Gastvortrag an der Hochschule Fresenius in München. Die Dozentin Suzann Heinemann, Geschäftsführerin der InfraCert GmbH – Institut für Nachhaltige Entwicklung der Hotellerie, konnte hierbei aus eigener Erfahrung berichten – war sie doch bereits als Beraterin und Betreiberin verschiedener Hotels tätig, bevor sie mit den GreenLine Hotels ein eigenes Unternehmen gründete. Wie die Expertin erklärte, wollte man sich als nachhaltige Hotelgruppe auf dem Markt positionieren und strebte deshalb eine entsprechende Zertifizierung an. Da jedoch speziell für die eigenen Hotelbetriebe nichts Passendes zu finden war, gründete Frau Heinemann ein eigenes Nachhaltigkeitszertifikat, GreenSign, unter dem nun etwa 200 Hotels registriert sind und das auch vom Umweltbundesamt anerkannt wird.

Das Zertifikat und seine Vorteile wurden im weiteren Verlauf des Vortrages näher erläutert. So zeigen mehrere Umfragen, dass immer mehr Gäste auch im Urlaub auf ihren ökologischen Fußabdruck achten und sich in den letzten Jahren ein stärkeres Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit besonders bei jüngeren Generationen entwickelt hat. Doch auch von Mitarbeitern werden ein derartiges Engagement sowie nachhaltige Unternehmenswerte und -ziele positiv aufgenommen. Des Weiteren können durch Prozessoptimierungen für mehr Nachhaltigkeit auch Kosten eingespart werden, beispielsweise durch die Senkung des Energieverbrauchs. Viele Hotels sind zudem bereits nachhaltig tätig, indem sie lokal einkaufen oder selbst Produkte herstellen – Vorteile, die den Kunden nur noch kommuniziert werden müssen.

Das GreenSign Zertifikat versteht sich dabei als Managementsystem und Leitfaden, an dem sich Betriebe orientieren können, um sich im Bereich Nachhaltigkeit zu verbessern. Es umfasst die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales. Durch einen Fragebogen wird eine Einstufung des Hotels ermittelt, laut Frau Heinemann befinden sich die europaweit zertifizierten Hotels auf den höheren Levels 3 bis 5 und verbessern sich stetig weiter. Um einen Veränderungsprozess in Richtung mehr Nachhaltigkeit anzustoßen, ist es laut der Dozentin unbedingt notwendig, dass die Mitarbeiter miteinbezogen werden. So können diese auch eigene Ideen einbringen und verwirklichen. Gemeinsame Aktionen für soziale Projekte stärken zudem den Teamgeist.

Bisher gibt es nur etwa 1.000 zertifizierte Hotels in Deutschland, die meisten gehören zu größeren Hotelketten. Jedoch lohnt sich eine Zertifizierung laut Frau Heinemann auch für mittelständische Betriebe: eine nachhaltige Ausrichtung biete nämlich einen klaren Wettbewerbsvorteil und trage zur Sicherung wirtschaftlicher Stabilität bei. Es lohne sich deshalb für jedes Hotel, in entsprechende Maßnahmen zu investieren und geeignete Prozesse anzustoßen.

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