14.01.2019

Mit Marktwächtern gegen Marktverwerfungen

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Dr. Arne Hansen erklärte Studierenden, wie und warum das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Hamburg die Versicherungsmärkte beobachtet.

In Wissenschaft und Praxis hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Märkte nicht perfekt sind. Ein Teil der Marktteilnehmer verhält sich manchmal einfach nicht fair. Ein Beispiel hierfür ist der Dieselskandal in der Autoindustrie. Andere Marktteilnehmer nutzen möglicherweise ihre Marktmacht auf Kosten anderer Teilnehmer aus. Ein weiteres Problem sind sogenannte Informationsasymmetrien. Kunden haben vielleicht keine ausreichenden Informationen, um Produkte vergleichen zu können und zu einer für sie richtigen Kaufentscheidung zu kommen.

Dr. Arne Hansen, Referent Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hamburg e. V., stellte im Rahmen der Vorlesung „Wirtschaft im Zeitgeschehen“ am Standort Hamburg am 18.12.2018 die Marktwächter vor. Deren Aufgabe ist es, aus Sicht von Verbrauchern den Finanzmarkt, den Energiemarkt und die digitalen Märkte zu beobachten. Werden strukturelle Probleme entdeckt, werden die entsprechenden Stakeholder wie z. B. Aufsichtsbehörden oder die Öffentlichkeit informiert und an der Beseitigung der Probleme mitgewirkt. Dr. Hansen illustrierte die Arbeitsweise der Marktwächter mit interessanten aktuellen Fällen aus der Versicherungsbranche. So berichtete er, dass wiederholt Versicherer versucht haben, Kunden aus ihren hochverzinsten Altverträgen zu drängen, da diese langfristigen Garantieversprechen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld eine schwere Last für die Unternehmen darstellen. Nach Intervention des Marktwächter-Teams aus Hamburg haben mehrere Unternehmen diese kundenunfreundliche Praxis gestoppt. Ein weiterer, aktuell aufgedeckter Missstand sei die Benachteiligung von Riester-Sparern mit Kindern, denen in einigen Fällen mehrfach Abschluss- und Vertriebskosten für ihre Riester-Rentenversicherungen berechnet wurden. Dies sei zwar gesetzeskonform, belaste aber ausgerechnet die vom Gesetzgeber als besonders förderungswürdig erachteten Verbraucher.

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