09.12.2020

„Klimawandel sollte das Verhalten aller bestimmen!“

Beitrag der Redaktion

Am Dienstag, den 24.11, fand ein standortübergreifendes Talentnetzwerk-Event statt. Prof. Dr. Bianca Ksienzsyk-Kreuziger, Studiendekanin für Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) in Vollzeit und Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) berufsbegleitend, und Prof. Dr. Christian Lengfeld, Studiendekan für International Business Management (B.A. und M.A.), vom Berliner Standort der Hochschule Fresenius organisierten das erfolgreiche Event.

ECOSIA und nachhaltige Entscheidungen

Im Zuge des Events berichtete Christian Kroll über sein Studium und anfängliche Schwierigkeiten bei der Gründung seiner Firma. Mittlerweile gibt es ECOSIA seit 11 Jahren und ist heute die größte europäische Suchmaschine. Jede einzelne Suchanzeige generiert Einnahmen für ECOSIA, welche dann verwendet werden, um Bäume zu pflanzen. Pro 45 Suchanfragen wird ein Baum gepflanzt. ECOSIA soll eine Suchmaschine sein, die Nutzern hilft, nachhaltige und grüne Entscheidungen zu treffen. Zukünftig soll es so sein, dass wenn man zum Beispiel eine Flugverbindung von Berlin nach Frankfurt sucht, man zwar Flugverbindungen angezeigt bekommt, man aber darauf hingewiesen wird, dass eine Zugfahrt die nachhaltigere und bessere Alternative wäre.

Der Geschäftsführer über Motivation

Eine der Motivationen des Geschäftsführers waren die ungleichen Chancen von Menschen, die er gerne beseitigen wollte. Die Menschen in beispielsweise Burkina Faso, die die Bäume anpflanzen, erhalten so ein Einkommen, machen dürres Land wieder fruchtbarer und sind tagtäglich mit Gedanken beschäftigt, wo sie sauberes Wasser herbekommen oder wir sie ihre Familien durch die Dürre bringen.

Bis zum Ende diesen Jahrhunderts ist ein Erderwärmung von 3,5 Prozent zu erwarten, was heißt, dass voraussichtlich nur noch 25 Prozent der Menschen eine Lebensgrundlage haben werden. „Ohne Kehrtwende wird es nicht nur ein bisschen unbequem, sondern es wird eine Welt, in der wir alle nicht leben möchten“, so Kroll. „Klimawandel sollte das Verhalten aller bestimmen“.

Austausch und Diskussion

Es kamen viele Nachfragen der Studierenden, zum Beispiel, ob man als Geschäftsführer nicht auch mal die Motivation verliere, wenn man mitbekommt, dass Nachhaltigkeit bei vielen Unternehmen nur ein Marketing-Konzept sei. Kroll betonte, „dass es als Unternehmer manchmal eben dauert, bis Dinge endlich mal klappen“ und dass man seine Motivation nicht verlieren solle und gerade während des Studiums schon die Weichen für eine sinnhaften, nachhaltigen Job stellen könne.

Trotzdem kann man in kurzer Zeit nicht alles perfekt haben, denn noch „hängen auch wir am Tropf des Kapitalismus und auf ECOSIA erscheinen Werbeanzeigen von Amazon“. Als es schlussendlich um den Trend von E-Autos ging, auf den viele Firmen gerade aufspringen, sagte Kroll: „Das nachhaltigste Auto, das man sich kaufen kann, ist ein Fahrrad“.

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