05.02.2020

Fachwissen aus erster Hand

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Da viele Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) eine Karriere im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung oder die Selbstständigkeit als Trainer, Berater und Coach anstreben, wurde an der Hochschule Fresenius in München die Möglichkeit geboten, mit Praktikern aus beiden Welten in Kontakt zu treten. Im Rahmen der Veranstaltung „Aktuelle Themen der Wirtschaftspsychologie“ lud die Dozentin Sara Ilić externe Gastredner aus beiden Bereichen ein.

„Wo zieht es Euch hin – Selbstständigkeit oder HRler?“

Katharina Krings ist Diplomsoziologin und seit über zehn Jahren im Human-Ressource-Bereich tätig. Sie arbeitet vor allem in der Personal-, Führungskräfte- und Talententwicklung und ist Group Managerin bei der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft. Gerd Lulay, Diplompsychologe und Sprechwissenschaftler, ist seit über 20 Jahren als systemischer Trainer und Coach tätig sowie Geschäftsführer von Invenzio Training & Consulting GmbH & Co KG.

Die beiden Gastredner fragten die Studierenden zunächst, wer sich perspektivisch in einer HR-Festanstellung und wer sich eher in der Selbstständigkeit als Trainer oder Coach sieht. Zudem versetzten sie sich in das Alter und die Situation der Studierenden, berichteten von verschiedenen Entscheidungen auf ihrem beruflichen Weg und teilten ihre Erfahrungen. All dies geschah sowohl mit der gesamten Gruppe als auch im Dialog der zwei Gastredner, die sich beruflich kennen und miteinander zusammenarbeiten.

Unterschiede und Herausforderungen im Vergleich

Gerd Lulay schwärmte als Selbstständiger von der Freiheit, sich Zeit und Aufgaben selbst einzuteilen und sich mit vielen verschiedenen Menschen mit ihren unterschiedlichen Einstellungen und Werten austauschen zu können – diese Bandbreite sei „das Schönste“. Die Studierenden bemerkten schnell, dass sie es mit einem begeisterten Entrepreneur zu tun hatten, der sich direkt nach dem Studium in die Selbstständigkeit begeben hat, den damit verbundenen Freiraum genießt und gleichzeitig sehr gut mit der damit korrespondierenden Verantwortung umgehen kann. Nichtsdestotrotz berichtete Lulay auch von Herausforderungen und schwierigen Phasen der Selbstständigkeit, wie beispielsweise als er für sieben Monate in Elternzeit war: „Wenn du nicht mehr präsent bist, bist du raus. Wenn du viel machst, kommt viel. Wenn nicht, kommt nichts.“

Im Vergleich dazu berichtete Katharina Krings von ganz anderen Erfahrungen während ihrer Elternzeit und ihrer Zeit danach: „Das ist der Vorteil von Konzernen – wie ihr in meinem Kalender sehen könnt, habe ich viel Zeit für meine Tochter.“ Krings berichtete davon, dass sie auch von zuhause aus arbeiten könne. Man müsse aber lernen, sich abzugrenzen und an seinen freien Tagen nicht zu arbeiten. Die beiden Gastredner hatten ihre Kalender mit den Studierenden geteilt und ihnen private und ehrliche Einblicke in ihre Arbeits- bzw. Lebenswochen gewährt.

„Du kannst nicht jedem gefallen!“

Zu guter Letzt gab Katharina Krings den Studierenden den persönlichen Rat, nicht zu kritisch mit sich selbst zu sein, an sich zu glauben und gar nicht erst zu versuchen, jedem zu gefallen: „Gerade in einer Führungsposition kannst du nicht jedem gefallen – und das ist auch nicht dein Job als Führungskraft.“

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