15.04.2021

Energie und Digitales für die Wohnungswirtschaft – vom Start-up zum Marktführer

Gastbeitrag von Dr. Insa von Jürgensonn

In meiner Vorlesungsreihe erhielten am Montag, den 12. April, Studierende des Studiengangs Immobilienwirtschaft (B.A.) an der Hochschule Fresenius in Köln und weitere Gäste die Gelegenheit, zwei erfolgreiche Gründer zu erleben: Die beiden Eigentümer und Geschäftsführer des Energieversorgungsunternehmens inteligy Slaven Grizelj und Konrad Knappe berichteten in einem digitalen Vortrag über den Weg von ihrer Geschäftsidee über die Gründung im Jahr 2013 bis heute.

Die Geschäftsidee, einen Energieversorger zu gründen, hatte sich für Slaven Grizelj und Konrad Knappe aus gemeinsamen Beratungsprojekten bei großen Wohnungsverwaltungsunternehmen entwickelt. Daher kannten die beiden Gründer den Bedarf in der Wohnungsverwaltung, die Beschaffung von Energie aus einer Hand zu organisieren und zu optimieren. „Ärmel hochkrempeln und starten“, war ihr Motto, das sie zu erfolgreichen, unabhängigen Unternehmern machte, deren Firma seit ihrem ersten Auftrag mit etwa 45.000 Wohneinheiten auf ein Auftragsvolumen von bundesweit einer Million Wohneinheiten wachsen konnte.

Konsequente digitale Prozess- und Servicelösungen

Gleichzeitig fielen beispielsweise die analogen, zeitlich aufwendigen und fehleranfälligen Prozesse bei der Strom & Gas- und Heizkostenablesung sowie –abrechnung ins Auge. Daher entwickelten sie innovative digitale Lösungen für eine einfache und schnelle Datenweitergabe an Wohnungsverwaltungen für die Nebenkostenabrechnung. Dies ist eine wichtige Grundlage, damit Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden in Zukunft die gesetzlichen Anforderungen der neuen Heizkostenverordnung erfüllen können. Denn diese wird vorschreiben, dass regelmäßig Verbrauchsinformationen über die Heizperiode zur Verfügung gestellt werden müssen, um Energieeffizienzpotenziale zu erkennen.

Weiteren Bedarf zur Vereinfachung und Bereitstellung von digitalen Lösungen hat inteligy mit App-Entwicklungen aufgegriffen, die individuelle Möglichkeiten für Immobilienverwaltungsunternehmen und deren Abläufe schaffen. Beispielsweise ist eine App für die Protokollierung von Schlüsselübergaben an Handwerkerinnen und Handwerker erstellt worden, die eine analoge „Zettelwirtschaft“ ersetzt. Hier war auch ein Lernprozess notwendig, denn im ersten Anlauf war die App technisch zu komplex, weshalb sie zunächst nicht eingesetzt wurde. Entwickeln, ausprobieren und verbessern, das sind die Schritte, die auch bei der Digitalisierung zum Erfolg führen.

Es gibt viel zu tun!

In der Energie- und Immobilienbranche gibt es einen großen Innovations- und Digitalisierungsbedarf. Daher teilen Slaven Grizelj und Konrad Knappe ihre Erfahrungen gerne und wollen zudem in Zukunft Start-ups unterstützen – angefangen mit einer Wissens- und Austauschplattform für inteligy selbst über Lösungen für Energieeinsparungen im Immobilienbestand für den Klimaschutz bis hin zu Prozessverbesserungen bei Wohnungsverwaltungen, um nur einige zu nennen.

Über die Autorin

Dr. Insa von Jürgensonn ist Hochschuldozentin für Immobilienwirtschaft an der Hochschule Fresenius in Köln.

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