19.02.2020

Digitalisierte Theorie und Praxis im Sport – Forschung und Big Data in der Fußballbundesliga.

Beitrag der Redaktion

Was führt Studierende der Studiengänge Sportmanagement (B.A.) und Psychologie (B.Sc.) der Hochschule Fresenius Heidelberg zur TSG ResearchLAB gGmbH auf dem Gelände der TSG 1899 Hoffenheim? Zum einen der gemeinsame Gegenstand Sport und Psychologie. Zum anderen der übereinstimmende Ansatz, Forschung, Lehre und Praxis eng miteinander zu verbinden. Hier wie dort wird das Ganze durch praxisbezogene Studien gestützt. Gemeinsamkeiten, denen die Studiengangsleiter Prof. Dr. Stefan Simm im Sportmanagement und Prof. Dr. Burkhard Schmidt in der Psychologie eine herausragende Bedeutung beimessen.

Direkt zum Auftakt der Exkursion wurde dieser Zusammenhang durch die von Prof. Dr. Jan Mayer vorgestellte Philosophie und verfolgten Untersuchungen des eigenständigen LABs bzw. der TSG 1899 Hoffenheim verdeutlicht. Im weiteren Verlauf zog sich dieses praxisbezogene Vorgehen wie ein roter Faden durch das fünfstündige Programm. Ob Footbonaut oder Helix, Wiener Testsystem oder psychologisches Scanning – im wissenschaftlichen LAB werden Top-Athleten untersucht und Diagnosen unterzogen, um jeden Einzelnen von ihnen zu verbes­sern. Beispielsweise dient kognitives Training im Bereich der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung der Handlungsschnelligkeit, die im zunehmend schneller werdenden Fußballspiel an Bedeutung gewonnen hat.

Die von Sportwissenschaftler und Psychologe Prof. Mayer geleitete Forschungs- und Entwicklungs­abteilung weist im deutschen Lizenzfußballsport ein Alleinstellungsmerkmal auf. Denn dort wird nicht nur der spezifische Bereich im Fußballsport erforscht, sondern vielmehr entstammen Forschungsobjekte und -projekte gleichermaßen aus sportüber­greifenden Bewegungs- und Leistungs­bereichen, wie z. B. der NASA. Durch den jeweiligen Erkenntnis­gewinn sollen inter- und multidisziplinär Innovationen entwickelt und entscheidende Wett­bewerbs­vorteile in den einzelnen Arbeitsfeldern generiert werden.

Neben der Verknüpfung von Theorie und Praxis stand beim Besuch der Heidelberger Studierendengruppe zugleich die Digitalisierung im Fokus. Im Trainings- und Wettkampfbetrieb zieht die Digitalisierung nicht nur bei der Messung auf dem Spiel-/Trainingsfeld zunehmend ein, sondern auch im Labor werden mittlerweile Spielszenen mit Hilfe von digitalen Instrumenten, wie z. B.  Virtual-Reality-Brillen oder der sog. Helix, simuliert.

Letzteres ist eine Bildschirmfläche (Screen), die den Spieler zur visuellen Spiel-Simulation demnächst um 360-Grad in einem speziellen Trainingsraum umgibt. Solche virtuellen Trainings- bzw. Arbeitsräume werden mehr und mehr auch im Sportmanagement hinzugezogen und stehen im Kontext mit der steigenden Datengewinnung und -verarbeitung. Hierbei kann das sog. Interactive Data Space als digitalisierter Meeting- und Medienraum für das Datenmanagement sowohl im Sportbetrieb als auch im Sportmanagement/-marketing angesehen werden. Dort können beispielweise Trainings-, Wettkampf-, Kader-, Event-, Finanzplanungen und -auswertungen auf der Grundlage von vielschichtig verknüpften Datensätzen und Arbeitsplätzen vorgenommen werden.

Im Zusammenhang der rasant wachsenden technischen Möglichkeiten zur Datenerhebung und -verarbeitung (Big Data) wird heute von Sportmanagern und ihren Teams besonders die Fähigkeit abverlangt, bedeutende von weniger bedeutenden bzw. sinngestützte von sinnentleerten Daten unterscheiden zu können. Unter dieser Bedingung nehmen digitale Hilfsmittel eine wichtige Funktion ein und können zum einen dem Sportmanagement (Manager, Trainer und Sportler) und zum anderen den verschiedenen Interessens- und Anspruchsgruppen (Zuschauer/Fans, Sponsoren etc.) dienen.

Eine hoch interessante Exkursion, bei der den Studierenden im TSG ResearchLAB ein besonderer Praxiszugang und ein außergewöhnlicher Lernimpuls geboten wurde.

Prof. Dr. Jan Mayer stellt die TSG ReserachLAB gGmbH vor.
Prof. Dr. Jan Mayer stellt die TSG ReserachLAB gGmbH vor.
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