10.11.2020

Digitaler Kulturwandel durch Nudging und KI – das Start-up Lemin zu Gast im Studiengang Digital Psychology (M.Sc.)

Gastbeitrag von Prof. Dr. Stephanie Heinecke

Der Faktor Mensch im Zuge der digitalen Transformation stand im Mittelpunkt eines Online-Gastvortrags für die Studierenden des Masterstudiengangs Digital Psychology (M.Sc.) am Standort München. Zu Gast war Christof Weidl, Gründer des Start-ups Lemin, das Unternehmen durch Coaching mittels Nudging und künstlicher Intelligenz (KI) bei Change-Prozessen unterstützt.

Die digitale Transformation ist eines der zentralen Themen, mit denen sich Unternehmen aktuell befassen müssen. Entscheidend für den Erfolg ist aber nicht zwingend die beste Strategie oder das höchste Budget. Vielmehr scheitern viele Change-Prozesse am Faktor Mensch, wenn sich etwa Mitarbeiter nicht abgeholt oder übergangen fühlen. Christof Weidl, Gründer des Start-ups Lemin, hat solche Prozesse im Laufe seines Berufslebens vielfach miterlebt und mitgestaltet. Mit dem Wissen um all diese Stolperfallen gründete er sein Unternehmen, das die menschliche Komponente in den Mittelpunkt rückt.

Während seines Gastvortrags an der Hochschule Fresenius in München bekamen die Studierenden der Digital Psychology (M.Sc.) anschauliche Einblicke in die Herausforderungen von Unternehmen, zum Beispiel, wenn nur ein kleiner Teil der Belegschaft offen für neue Ansätze ist. Dabei basiert die Idee von Lemin aus verhaltenspsychologischer Perspektive auf dem Nudging-Ansatz und setzt bei den individuellen Persönlichkeiten der Mitarbeiter und Führungskräfte an. Darüber hinaus ist auch die Teamkonstellation ein zentraler Faktor.

Über eine digitale Anwendung werden die Mitarbeiter eines Unternehmens mit exakt zum richtigen Zeitpunkt eingespielten Nudges – also Anreizen – zu individuellen Verhaltensänderungen bewegt. Diese mögen zunächst einmal klein erscheinen, zum Beispiel kann ein Mitarbeiter dazu aufgefordert werden, im nächsten Meeting einen eher stillen Kollegen nach seiner Meinung zu fragen. Sie können in der Summe und auf das gesamte Team ausgerollt aber eine enorme Veränderung bewirken. Individuelle Trainings komplettieren das System, das von künstlicher Intelligenz – also maschinellem Lernen – getrieben wird. Auf diese Weise können sich verkrustete Teamstrukturen lösen und neue Formen der Zusammenarbeit entstehen.

Für die Studierenden war dieser Ansatz in vielerlei Hinsicht extrem spannend, deckt er doch verschiedene relevante Aspekte des Studiengangs Digital Psychology (M.Sc.) ab. Zu diesen zählen die psychologischen Grundlagen, die Umsetzung mittels Technologie und auch die positiven Auswirkungen auf das Unternehmen, die sich am Ende auch ökonomisch bemerkbar machen sollen. Entsprechend angeregt war die Diskussion mit Christof Weidl nach dem Vortrag, der in diesem Rahmen auch einige informative Insights zum Thema Unternehmensaufbau teilte.

Über die Autorin

Prof. Dr. Stephanie Heinecke ist unter anderem Studiendekanin für Digital Psychology (M.Sc.) und Initiatorin der Veranstaltung.

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