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„Deutschland während der EURO 2024 klimaneutral“

Wie kann Deutschland während der Fußball-Europameisterschaft 2024 klimaneutral sein? Um diese Frage ging es im Dezember bei einem spannenden Gastvortrag von Prof. Dr. Günther Bachmann, ehemals Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Der virtuelle Vortrag richtete sich dabei an verschiedene Studiengänge der Hochschule Fresenius des Münchner Standorts.

FÜR KLIMANEUTRALITÄT MUSS MEHR GETAN WERDEN

Der Kerngedanke hinter diesem Ziel ist, dass für Klimaneutralität mehr getan werden muss, als sich nur an die staatlich vorgeschriebenen Werte zur CO2-Einsparung zu halten. Stattdessen müsse Klimaneutralität ein gesamtgesellschaftliches Projekt sein, mit denen sich alle Menschen durch Ideen oder Geschichten identifizieren können, betonte der Gastredner.

Gemeinsam mit dem Deutschen Fußballbund soll dieser Gedanke nun in die Realität umgesetzt werden. Daher wird derzeit eine Strategie ausgearbeitet, wie nicht nur die Austragungsstätten der Fußballspiele während der Europameisterschaft, sondern das ganze Land klimaneutral sein können, und wie alle Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen können. Deutschland könne so als Vorbild für andere Länder fungieren und gleichzeitig aufzeigen, wie vielfältig Klimaneutralität umgesetzt werden kann und voraussichtlich ab 2050 in der EU aussehen wird.

FUSSBALLVEREINE SOLLEN AUF LOKALER EBENE ALS MULTIPLIKATOR DIENE

Dieses Ziel ist jedoch nicht kaufbar, sondern soll gemeinsam mit der gesamten Bevölkerung erreicht werden. „Es soll ein Projekt sein, was auch ein Bäcker in Passau machen kann“, so der Nachhaltigkeitsexperte. „Wenn dieser ein neues Fahrzeug zur Warenauslieferung braucht, könnte er zum Beispiel überlegen: Kaufe ich dafür ein Elektroauto oder ein Lastenrad?“, erklärte Prof. Dr. Bachmann den Studierenden. So könne jeder individuell zum Ziel der Klimaneutralität beitragen. Insbesondere Fußballvereine sollen auf lokaler Ebene als Multiplikator des Projekts dienen. Auch in Zusammenarbeit mit Partnerstädten können so Ziele und Projekte weltweit realisiert werden.

Zur Messung des insgesamt eingesparten CO2 soll einerseits die bereits bestehende Monitoring-Infrastruktur der Bundesregierung genutzt werden, andererseits ist die Erstellung einer virtuellen Deutschlandkarte denkbar, auf der lokale Beiträge, wie beispielsweise der Autokauf des Bäckers, registriert und gezählt werden könne. Firmen und Betriebe, die sich beteiligen, könnten ihre Unterstützung für das Projekt anschließend mit einem entsprechenden Siegel sichtbar machen. Vorstellbar ist auch, das eingesparte CO2 auf den Scoreboards in den Stadien anzuzeigen. So sollen auch alle Gäste aus dem In- und Ausland Teil des Projektes werden.

ZUVERSICHT ZUR ZIELERREICHUNG

Prof. Dr. Günther Bachmann ist zuversichtlich, dass sich dieses Ziel bis zur Europameisterschaft 2024 umsetzen lässt. Unterstützung erhält der DFB dabei sowohl von den Austragungsstätten als auch von der Bundesregierung. Zusätzlich werden derzeit Sponsoren gesucht, die das Projekt und die Kommunikation dazu vorantreiben.

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