DAS METAVERSE – EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT

Seit Jahren werden Technologien in rasantem Tempo entwickelt. Das wird vor allem in der digitalen Welt deutlich. Seitdem das Internet allen  zur Verfügung steht, kann man die Entwicklungen teilweise hautnah miterleben. Von simplen E-Mails über Social Media bis hin zu Clouds hält das World Wide Web zahlreiche Innovationen bereit, an der auch Studierende und Dozierende teilhaben. Nun haben sie  gemeinsam einen weiteren Schritt gewagt und sind ins Metaverse eingetreten.

WORUM GING ES BEIM „METAVERSE-EXPERIENCE“ IN MÜNCHEN ?

Beim Zukunftsforum kamen Themen wie KI, Gaming und natürlich das Metaverse zur Sprache. Während in München am Campus ungefähr 50 Teilnehmende live  bei Vorträgen und Q&A-Panel dabei waren, konnten Interessierte aus ganz Deutschland im virtuellen Raum am Event teilnehmen. Nicht einfach über einen Live-Stream, wie man es durch die Corona-Pandemie vielleicht schon kennt, sondern  einem virtuellen Raum, in dem sich die Teilnehmenden mit Avataren richtig bewegen konnten.

Dieser Raum wurde von Prof. Clemens Hochreiter, Game Designer und Studiendekan für Mediendesign & Management (B.A.) und Game Design & Management (B.A.), und Studierenden aus den beiden Studiengängen gebaut. „Wir haben gerade ein Modul zu audiovisuellen Medien und Motion Design und da hat uns der Clemens Hochreiter gefragt, ob wir Lust hätten, einen VR-Raum für dieses Zukunftsforum zu bauen“, berichtet Studentin Vanessa Emde, wie es zu ihrer Teilnahme am Projekt kam.

Studentin Karin Kolatka ergänzt begeistert: „Wir haben angefangen mit einem Moodboard und dann Schritt für Schritt diesen Raum entwickelt. Optisch haben wir uns an dem Plakat für das Event orientiert. Ich war dann während der Veranstaltung noch zuständig für die VR-Brillen, damit auch die Leute vor Ort diesen virtuellen Raum mal betreten können. Da konnte man sich dann wirklich durch den Raum bewegen und hatte durch die Controller sogar Hände, sodass man mit anderen abklatschen konnte“. Ohne VR-Brille konnte man sich zwar nur am Laptop per Tastatur durch diesen virtuellen Raum bewegen, doch ein Erlebnis war es allemal: Anstatt allein auf einen Bildschirm zu schauen, guckte man auf einen Bildschirm in einem Bildschirm – gemeinsam mit über zwanzig anderen Leuten, die im ganzen Land verteilt an ihren Schreibtischen saßen. Was genau ist aber denn nun das Metaverse?

Avatare im virtuellen Raum des Zukunftsforums.
Prof. Clemens Hochreiter

„ES GIBT NICHT DAS METAVERSE“

Wer die letzten Jahre Entwicklung auf virtueller und digitaler Ebene verfolgt hat, weiß, dass besonders für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg das Metaverse immens an Bedeutung gewonnen hat. Auch andere Unternehmen in der Wirtschaft sowie Hochschulen müssen sich mit dem Thema beschäftigen, um im internationalen Rahmen nicht abgehängt zu werden. Allerdings versteht man im Allgemeinen unter Metaverse eher eine Plattform, um sich virtuell mit Freund:innen zu treffen oder Spiele zu spielen. Was bedeutet das Metaverse noch?

„Das Metaverse ist eine Utopie. Man hat die Vision von einer digitalen Parallelwelt, die komplett zu unserer realen Welt existiert. In dieser Welt sollen alle virtuellen Realitäten miteinander verbunden werden, sodass man quasi eine hat, die über allem drübersteht“, erklärt Clemens Hochreiter. In so einer Welt wären soziale Medien, Onlinespiele und vieles mehr durch einen einzigen Zugang erreichbar. „Wenn es das gäbe, wäre es ein Metaverse. Das ist durch diverse Schnittstellen, die nicht miteinander kompatibel sind, aber überhaupt gar nicht möglich. Deshalb gibt es sozusagen mehrere Metaverses nebeneinander, die beispielsweise über einen Appstore oder Steam  zwar verknüpft werden, aber doch für sich stehen“, so der Dozent.

Da kann man also fast schon von einem Multiversum sprechen. Ein virtueller Austauschort ist natürlich trotzdem denkbar – wenn auch nicht wie so eine Art Holodeck, wie sich viele das Metaverse vorstellen, das praktisch ein digitales Abbild unserer realen Welt ist. „Faktisch sind Metaverses keine super neue Erfindung. Ein Multiplayer-Online-Spiel ist auf gewisse Weise ein solcher Austauschort. Gamer kennen das schon länger,“ so der Dekan.

DIE ENTWICKLUNG SCHREITET SCHNELL VORAN

„Wir hatten ungefähr einen Monat Zeit, um diesen Raum für das Zukunftsforum zu bauen. Das war eine wirklich große Aufgabe für uns, weil wir uns vorher noch gar nicht damit auskannten. Wir mussten echt viel ausprobieren“, berichtet Vanessa von der Entwicklungsphase des virtuellen Raumes. „Ich glaube, dadurch, dass wir einfach generell sehr interessiert sind an diesen digitalen Themen, fiel uns das leichter, uns reinzufinden. Wir sind zwar eher so auf Social Media unterwegs und schauen viel auf Instagram oder TikTok statt Content selbst zu produzieren, aber solche virtuellen Räume schaffen nochmal ganz andere Möglichkeiten“, ergänzt Karin. Zwar ist Gaming im Gegensatz zu Social Media für die beiden Studentinnen nicht so interessant, doch durch das Studium gibt es immer mehr Berührungspunkte von  verschiedenen digitalen Welten. Beide freuen sich darauf, was die Zukunft des Metaverse mit sich bringen wird und wohin sich das Ganze entwickelt. Denn eines steht fest: Die Technologien verändern sich weiterhin rasant und die Welten wachsen bereits zusammen. „Wenn wir 3D-Designs machen und Texturing, ist das etwas, das die Game Designer auch nutzen. Das überschneidet sich jetzt schon stark“, findet Karin. „Es hat auf jeden Fall großen Spaß gemacht, diese virtuelle Welt zu erschaffen, wo sich Leute dann richtig treffen können“, ist Vanessas Fazit zur Metaverse-Experience und Karin schließt: „Das ganze Studium ist super, wenn man eine kreative Ader hat und mit neuen Technologien direkt in Kontakt kommen möchte“

Studentinnen Vanessa und Karin

Leute virtuell zu treffen, die eben nicht live vor Ort dabei sein können, ist in vielen Bereichen spannend. Nicht nur für soziale Interaktionen oder Spiele, sondern auch für die Lehre der Zukunft. Dass sich diese Technologien so schnell entwickeln und vielleicht auch irgendwann der Mensch nicht mehr „mitkommt“, sieht der Studiendekan jedoch nicht als Problem. Er findet viel mehr: „Es kommen jeden Monat ungefähr  1000 neue PC-Spiele auf den Markt. Das kann man als Gamer jetzt ohnehin schon nicht mehr live abdecken. Die Spiele und die Technologien existieren nebeneinander und die existieren auch in einem Jahr noch . Da verpasst man nichts. Genauso ist es auch mit der Lehre. Virtuelle Lehre wird das physische Zusammenkommen nicht ersetzen. Für gewisse kreative Dinge braucht man die Präsenz.“ Virtuelle Räume und Realitäten werden neben der realen Welt weiterhin existieren. Für den Unterricht der Zukunft sollte man die neuen Technologien jedoch definitiv mitdenken. „Während der Coronapandemie haben wir den VR- Unterricht in VR durchgeführt. Das war super und genau dahin sollte sich das auch entwickeln. Macht eine virtuelle Unterrichtsform Sinn? Nutze sie. Macht es mehr Sinn Face-to-Face zusammen zu arbeiten? Mach! VR ist einfach ein neues Werkzeug, das wir nutzen können und sollten“, schließt der Dozent und freut sich auf neue Entwicklungen und weitere Projekte im Bereich Metaverse mit den Studierenden.