10.12.2019

Betriebliches Eingliederungsmanagement: Selbsterfahrung

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Am Freitag, den 6. Dezember, fand ein bewegender Gastvortrag im Rahmen einer Vorlesung zur Gesundheitspsychologie mit dem Thema „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ an der Hochschule Fresenius in Berlin statt. Die Gastreferentin Inge Kapphahn zeigte in der Vergangenheit großes Engagement für Barrierefreiheit in der Gesellschaft und wurde hierfür im vergangenen Jahr mit der Bezirksverdienstmedaille für besondere Leistungen im Bezirk Mitte belohnt.

Lebens- und Leidensweg

Als Einstieg in das betriebliche Eingliederungsmanagement sprach Inge Kapphahn über ihre persönliche Geschichte. Hierzu gehörten nicht nur Schwierigkeiten einen Rollstuhl über die Krankenkasse zu beziehen, sondern auch die Überwindung sich von anderen Personen Unterstützung einzuholen. Zu den Herausforderungen im Alltag zählt die Referentin die Fahrt mit Bus und Bahn, Besuche von öffentlichen Einrichtungen, die den Transport mit dem Fahrstuhl aus Sicherheitsgründen ablehnen, eingeschränkte Barrierefreiheit in Behindertenzimmern der Krankenhäuser und vieles mehr…

Selbsterfahrung

Im Anschluss hatten die Studierenden die Möglichkeit der Nachempfindung von Einschränkungen wie der Blind- und Taubheit sowie der Angewiesenheit auf einen Rollstuhl. Unter diesen Einschränkungen wurden mehrere Übungen durchgeführt. Die Studierenden sollten in der Vorlesung einen Platz finden, eine CD auswählen und diese bezahlen, Brötchen beim Bäcker kaufen, wenn das gewünschte Brötchen ausverkauft ist und sogar am ÖPNV teilnehmen.

Darüber hinaus stellten sich die Studierenden in allen drei Fällen die Frage, was bei einem Feueralarm passieren würde. Bekomme ich ihn mit, wenn ich taub bin? Finde ich den Notausgang, wenn ich blind bin? Wie komme ich die Treppe runter, wenn die Fahrstühle ausgestellt sind und ich nicht laufen kann?

„Beeindruckend positive Einstellung!“

Inge Kapphahn ermöglichte „außergewöhnliche Einblicke“, so die Studierenden. Man bekomme zwar hier und da etwas mit, aber es sei etwas Anderes von den Betroffenen persönliche Schicksale zu erfahren. Besonders beeindruckend war die positive Einstellung, mit der die Rollstuhlfahrerin Schwierigkeiten auf kabarettistisch heitere Art entgegensehe.

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