24.04.2020

10 Lektionen aus 10 Jahren als Gründer

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Standort München

Der Unternehmer Daniel Kollmann berichtete Studierenden des Masterschwerpunkts „Coaching“ von Höhen, Tiefen und Erfahrungen als Firmengründer. Aufgrund der Corona-Pandemie fand der Gastvortrag erstmals virtuell über Zoom statt.

Wie kommt man auf die Idee, eine eigene Firma zu gründen? Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig? Wie geht man mit Rückschlägen um? Diese Fragen waren Thema eines Online-Gastvortrags im April an der Hochschule Fresenius in München. Daniel Kollmann berichtete dabei zunächst von seinen eigenen Erfahrungen als Gründer und stand danach den Studierenden für ihre zahlreichen Fragen zur Verfügung.

Der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler hat bereits zwei Firmen erfolgreich gegründet und verkauft: Massivkonzept, ein Online-Shop für maßgeschneiderte Möbel, und Vivelia, eine Coaching-Plattform für mentale Gesundheit. Doch wie kommt man eigentlich auf eine solche Geschäftsidee? Laut Herr Kollmann ist es für eine Firmengründung nicht notwendig, das neue Facebook zu erfinden. Vielmehr müsse man ein Produkt oder einen Service entwickeln, der sich in einem Aspekt von der Konkurrenz abhebt, sei es durch einen günstigeren Preis, ein auffälligeres Branding oder besseren Kundenservice. Als Beispiel nennt der Experte die Fluglinie Ryanair: diese verkauft das gleiche Produkt wie Lufthansa (Flugreisen), aber zu einem viel günstigeren Preis.

Herr Kollmann hält noch viele weitere Tipps für Firmengründungen parat. Personen, die nicht besonders risikofreundlich gestrickt sind, empfiehlt er eine Gründung in Teilzeit. Dies sei eine gute Möglichkeit, sich auszuprobieren, ohne die Sicherheit des aktuellen Jobs aufgeben zu müssen. Des Weiteren sollte man unbedingt das eigene Netzwerk nutzen, welches häufig viel größer ist, als man denkt. Es ist lohnenswert, sich in seinem Umfeld umzuhören und mit Personen über die eigene Idee zur Firmengründung zu sprechen. So findet sich möglicherweise auch eine finanzielle oder personelle Unterstützung. Gleichzeitig müsse man sich aber auch darüber im Klaren sein, dass ein Großteil aller Neugründungen bereits innerhalb eines Jahres scheitert – ein Risiko, welches einzugehen man bereit sein muss.

Hat man erst einmal gegründet, stellt sich beispielsweise die Frage, mit welchen Personen man zusammenarbeiten möchte. Herr Kollmann erklärt, dass die Fähigkeit zur Eigenreflexion eine entscheidende Rolle spielt. Welche Stärken und Schwächen habe ich? Welche Rolle möchte ich im Unternehmen übernehmen? Wie arbeite ich in einem Team? Es sei wichtig, diese Fragen ehrlich für sich zu beantworten – und dann Mitgründer oder Mitarbeiter zu finden, die eine gute Ergänzung darstellen und die gleichen Erwartungen haben. Nur so ist langfristig eine erfolgreiche Zusammenarbeit möglich. Der Gastdozent spricht hier aus persönlicher Erfahrung – aufgrund von Differenzen stieg die Co-Gründerin von Vivelia nach ein paar Jahren aus. Die Erwartungen waren zu unterschiedlich.

Aufgrund solcher Rückschläge und der hohen Verantwortung, die man für das Unternehmen und dessen Mitarbeiter trägt ist es daher essenziell, sich um die eigene mentale Gesundheit zu kümmern und sich ein Leben neben dem Beruf aufzubauen. Familie, Freunde, Partnerschaften und Hobbies sind wichtige Netzwerke, die auffangen können, wenn es im Unternehmen nicht nach Plan läuft oder dieses sogar scheitert und somit als Identifikationsmerkmal und Lebensgrundlage wegbricht.

Als Gründer beschäftigt man sich täglich mit den verschiedensten Themen. Ob Marketing, Vertrieb, Logistik oder HR – die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Unternehmensebenen bietet viel Spannung und Lernpotenzial. Dabei spielt es keine Rolle welche Art von Firma man gründet, der Unterschied liege eher in den Personen, mit denen man zusammenarbeitet. Insgesamt sei es am Wichtigsten Spaß an der Sache zu haben und den ganzen Prozess der Gründung und des Unternehmensaufbaus genießen zu können.

Die Studierenden stellten im Anschluss an den Vortrag vielseitige Fragen zum Thema Firmenverkauf, Zukunftsperspektiven und Coaching und konnten so einen tiefen Einblick in die Thematik erhalten.

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