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Neue Professoren in Idstein

26.03.2018

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Der Fachbereich Wirtschaft & Medien in Idstein freut sich über Verstärkung. Auf Antrag der Hochschule Fresenius hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst Dr. Susanne Epple und Dr. Stefan Hauptmann zu Professoren berufen. Beide haben jetzt ihre Antrittsvorlesung gehalten.  

Wer kennt noch „Tennis for Two“, „SpaceWar!“ oder „Pong”? Das waren die Anfänge der Video- und Computerspielindustrie. Ein markantes Datum ist der 19. Oktober 1972, als an der Stanford University in Los Altos, Kalifornien, ein „Tournament“, ein öffentlicher Wettkampf stattfand. Wer hätte damals gedacht, wo das einmal hinführen würde. Nachdem die LAN-Parties Mitte der 1990er noch von vielen milde belächelt wurden, ist eSports“ heute ein echter Boom. Wenn sich die Profiteams bei FIFA Soccer, League of Legends oder Dota 2 messen, füllt das Hallen mit tausenden Zuschauern, am Livestream schalten sich von zu Hause weitere Zehntausende zu und auch das klassische Fernsehen überträgt schon vereinzelt. Wo so großes Interesse herrscht, wittern viele ein Geschäft. Das ist beim Thema eSports nicht anders. Welche Dimensionen das erreicht hat, beweisen Profitum und Preisgelder. 3,35 Millionen Euro hat der beste Spieler weltweit erwirtschaftet. Endemische Marken, also etwa Hard- und Softwarehersteller oder Anbieter von Energiedrinks, waren gleich mit dabei. „Neu ist, dass sich aktuell nicht-endemische Marken intensiv mit dem Thema beschäftigen beziehungsweise teilweise auch schon sehr aktiv als Sponsoren auftreten, Das sind Marken, die man bei solchen Anlässen nicht unbedingt vermuten würde“, sagte Prof. Dr. Susanne Epple bei ihrer Antrittsvorlesung. Beispiele sind Mercedes Benz und Wüstenrot. Die Ziele sind klar. Man will hier an das Publikum des Gesponserten herankommen, was auf herkömmlichen Kanälen immer schwieriger wird, auch die Mediennutzung hat sich geändert. Neben der Erschließung neuer Märkte ist aber auch das Thema Imageveränderung ein entscheidender Faktor für Unternehmen, hier einzusteigen. „Jünger und frischer wirken, ist das Motto.“

Wie wir mehr Struktur in die Kommunikation bringen können, damit wir künftig effizienter arbeiten – und welche Rolle dabei sprechende Roboter und Maschinen spielen könnten – das war Thema der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Stefan Hauptmann. Alexa kennen heute die meisten, aber was „Alexa for Business“ bedeutet, ist nur den Pionieren schon bewusst. Ist es denkbar, dass „sie“ bald schon unsere geschäftlichen Meetings organisiert und leitet – gegebenenfalls die Teilnehmer sogar zu lösungsorientierteren Gesprächen bringt? „Die zentrale Frage ist immer: ‚Wie bekomme ich die Mitarbeiter dazu‘? Strukturen neu zu schaffen, ist mitunter sehr schwierig, gerade, wenn es um Kommunikation geht“, so Hauptmann. Man geht dabei von so genannten Genres aus, „jede Kommunikationsform entspricht einem Genre“, also etwa das Meeting, bilaterale Gespräche, auch der Informationsaustausch via E-Mail. Ähnlich wie bei einem Filmgenre besteht auch die Kommunikation aus Elementen, die wiederkehrend sind, die jeder kennt, und von denen man auch einzelne weglassen kann, ohne dass das Genre seinen eigenständigen Charakter verliert. Trotzdem sind Genres eben nicht starr und passen sich Veränderungen in der Gesellschaft oder einer bestimmten Fachgruppe an. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil bei der Strukturierung von Organisationen, deshalb spielt ihre Veränderbarkeit – etwas auch durch moderne Technologien - eine wesentliche Rolle. „Strukturen müssen weiterentwickelt werden“, so Hauptmann, „ und wichtig ist vor allem die Erkenntnis, dass sie vergehen, wenn daran keine Handlungen gebunden sind.“ (ap)