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Mit Forschung Sprachtherapie weiterentwickeln

23.03.2018

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Idstein. Logopädie-Studiendekanin Prof. Dr. Tanja Grewe, eine Studentin und eine Alumna der Hochschule Fresenius nahmen mit Vorträgen an den Würzburger Aphasie-Tagen teil.

Aphasie – darunter versteht man eine Sprachstörung, die als Folge einer Schädigung des Gehirns auftreten kann. Häufig leiden darunter Menschen, die beispielsweise von einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma oder einem Tumor betroffen sind. Neben dem Verstehen von Sprache und dem Sprechen an sich ist häufig auch die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben beeinträchtigt.

Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist diese Erkrankung deshalb mit großen Belastungen verbunden. Umso wichtiger ist es, verstärkt an effektiven Therapiemethoden zur Behandlung der Symptome zu forschen. Die Ergebnisse dieser Forschung waren auch in diesem Jahr wieder der Schwerpunkt der 21. Würzburger Aphasie-Tage. An diesen nahmen neben Studiendekanin Prof. Dr. Tanja Grewe mit Lea Weber und Dorothea Frangopoulos auch zwei Alumni des Bachelorstudiengangs Logopädie (B.Sc.) der Hochschule Fresenius teil.
Beide hatten ihre Vortragsthemen bereits in ihrer jeweiligen Abschlussarbeit behandelt und wurden von Prof. Dr. Norina Lauer auf eine Teilnahme angesprochen.

Prof. Dr. Grewe dozierte in ihrem Vortrag zu dem Thema „Kommunikation im Alter: Was ist so besonderes daran?“.  „Kommunikation ändert sich schon im gesunden Alterungsprozess – beobachtbar sind z.B. mit zunehmendem Alter vermehrt Schwierigkeiten in der Wortfindung. Vor allem Personennamen und Eigennamen können davon betroffen sein, wie das folgende Beispiel zeigt: ‚Sag mal Hanna, …Maria, ach nein - Lisa‘.“, erklärte Grewe. „Solche Auffälligkeiten müssen im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme von neurologisch bedingten sprachlichen Einschränkungen, z.B. durch eine Aphasie oder Sprachstörung, differenziert werden.“

Lea Weber legte in ihrem gemeinsamen Vortrag mit Prof. Dr. Norina Lauer, ehemalige Studiendekanin Logopädie, den Fokus auf die aktuelle Situation und Perspektiven von Aphasie-Selbsthilfegruppen. „Selbsthilfe ist heute ein wichtiger Aspekt in der Krankheitsverarbeitung“, betonte Weber. „Durch die Beschäftigung mit dem Thema konnte ich wichtige Daten in Bezug auf die Leitung, Organisation oder Aktivitäten der entsprechenden Gruppen sammeln.“ Die Tagung sei für sie sehr positiv verlaufen: „Die Teilnahme am Kongress hat mir sehr viel Spaß gemacht, da die Zuhörer wirklich interessiert waren und im Nachhinein sogar einzelne Teilnehmer auf mich zukamen, um meinen Vortrag persönlich zu loben.“

Dorothea Frangopoulos stellte ihren Vortrag unter die Überschrift „Einfach lesen!? Wie gut ist Literatur in einfacher Sprache für Menschen mit Aphasie geeignet?“ Als Fazit aus ihrer Studie zieht Dorothea Frangopoulos weiteren Handlungsbedarf: „Es ist noch jede Menge Forschung und kreatives Schaffen nötig, um gut lesbare und trotzdem spannende Literatur für Menschen mit Aphasie zu schaffen.“ Auch auf ihren Vortrag sei die Resonanz der Zuhörer sehr positiv gewesen.

 Neue Wege nach dem Studium

Dorothea Frangopoulos ist seit ihrem Bachelorabschluss als Akademische Sprachtherapeutin in einer Praxis beschäftigt, die als Akademische Lehrpraxis mit der Hochschule Fresenius zusammenarbeitet. „Bei meiner Tätigkeit gefällt mir der direkte Kontakt mit Menschen und die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Sprache am besten“, erläuterte Frangopoulos. „Mit den Studierenden arbeite ich bisher allerdings noch nicht zusammen, denn ich habe noch nicht genug Berufserfahrung. Das finde ich aber auch gut, schließlich braucht man ja erst einmal einen gewissen Erfahrungsschatz, um daraus etwas weitergeben zu können.“

Lea Weber arbeitet heute als Akademische Sprachtherapeutin  in einer Neurologischen Reha-Klinik mit schwerstbetroffenen Patienten in der Frührehabilitation. Daneben studiert sie berufsbegleitend im Masterstudiengang Neurorehabilitation für Therapeuten (M.Sc.) an der Hochschule Fresenius. „Bei meiner Arbeit macht mir am meisten Spaß, dass meine Patienten durch die Therapie Fortschritte machen. Wenn zum Beispiel ein Patient monatelang nichts essen durfte und man ihm dies durch die Therapie wieder ermöglichen kann, ist die Dankbarkeit der Patienten enorm“, so Weber. „Für das berufsbegleitende Studium habe ich mich entschieden, weil ich dadurch praktische Inhalte aus dem Bereich Neurologie direkt in meinem Arbeitsalltag anwenden kann." (jr)