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Arbeit 4.0: Alle ersetzbar?

12.06.2018

Fachbereich Wirtschaft & MedienStandort Hamburgallgemeine News

Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Hochschule Fresenius Hamburg veranstalteten eine Podiumsdiskussion rund um die Digitalisierung der Arbeitswelt.

Die Digitalisierung ist längst Teil des Arbeitsalltags und technische Innovationen schreiten rasend schnell voran. Welche Herausforderungen und Chancen entstehen daraus und wie wird damit umgegangen? Mit diesem Thema beschäftigte sich am 30. Mai 2018 die Podiumsdiskussion „Arbeit 4.0: Alle ersetzbar?“, organisiert durch die Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit der Hochschule Fresenius Hamburg, vertreten durch Dr. Yvonne Glock und Prof. Dr. Nicolas Bogs. Über 80 Zuhörer – sowohl Studierende der Hochschule Fresenius, unter anderem aus den Studiengängen Wirtschaftspsychologie (B.Sc. und M.Sc.), Psychologie (B.Sc.) und Human Resources Management (M.A.), als auch externe Teilnehmer – verfolgten gespannt die Diskussion von Berthold Bose (Bezirksleiter ver.di, Landesbezirk Hamburg), Rüdiger Matzen (Berater für Personalmanagement) und Dr. Max Neufeind (Arbeitspsychologe). Die Moderation übernahm NDR-Journalistin Kathrin Schmid.

Welche Jobs werden durch technologischen Fortschritt ersetzt?

Die Frage danach, welche Berufsfelder durch die Digitalisierung wegfallen, war eine der Hauptaspekte in der Diskussion. Nach Berthold Bose gehe es bei der Digitalisierung von Arbeitsplätzen, entgegen dem Vorurteil, dass nur „einfache Arbeiten“ wegfallen, vielmehr um die Standardisierbarkeit. So würden auch hoch anspruchsvolle Arbeitsplätze digitalisiert, solange sie standardisiert werden können. Rüdiger Matzen betonte den Aspekt des zwischenmenschlichen Austausches. Operative Jobs werden sich stark verändern, während Führungskräfte immer mehr gebraucht würden. Auch Dr. Max Neufeind hob in diesem Zusammenhang Empathie und Urteilskraft als Alleinstellungsmerkmale des Menschen hervor.

Muss die Rolle des Personalers anders werden?

Eine weitere Hauptfrage in der Diskussion war die sich verändernden Rolle von Personalern in Unternehmen und die Herausforderungen, die durch Digitalisierung in diesem Arbeitsbereich entstehen. „Personaler müssen neue Lernräume und Lernbegleiter im Unternehmen schaffen“, forderte Matzen. Es gehe insbesondere um einen erfolgreichen Wissenstransfer und darum, auf individuelle Lernvoraussetzungen eines jeden Mitarbeiters einzugehen. Auch Neufeind betonte, dass Pluralität umfasst und umrahmt werden müsse. Bose pointierte die durch Generationsunterschiede wachsenden Herausforderungen, denen Personaler im Digitalisierungsprozess ausgesetzt seien. So gäbe es unterschiedliche Bedürfnisse der verschiedenen Generationen, z. B. zum Thema Work-Life-Balance, die gleichermaßen befriedigt werden müssen.

Zum Ende der Veranstaltung wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet

Auf die Frage, ob die Digitalisierung die „Renaissance der ländlichen Bevölkerung“, z. B. durch die Möglichkeit der Arbeit aus dem Homeoffice, mit sich bringen würde, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: Nein, physische Anwesenheit und persönliche Gespräche können nicht vollständig durch digitale Prozesse abgelöst werden. Arbeit sei in Städten mit hohem Sozialkapital produktiver und damit wirtschaftlicher als in ländlichen Regionen, so Dr. Max Neufeind. Eine Psychologin aus dem Publikum stellte die Frage, ob Digitalisierung die Mitarbeiter nicht „gläsern“ machen würde. Rüdiger Matzen erwiderte, dass er kein Unternehmen kenne, welches den gläsernen Mitarbeiter wolle, und dieses eine Frage von Unternehmenskultur und Vertrauen sei.