Hochschule Fresenius
News und Presse der Hochschule Fresenius

Antrittsvorlesungen in Idstein

01.10.2018

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In zwei spannenden Antrittsvorlesungen stellten sich die beiden neu ernannten Professorinnen vor. 

Wir alle tun es, sobald wir reden, unbewusst und auch dann, wenn unser Gesprächspartner uns nicht sehen kann: Wir gestikulieren. Gesten sind mehr als bloßes Beiwerk beim Sprechen, wie lange Zeit angenommen. Vielmehr sind sie wesentlicher Bestandteil unserer Sprache. Prof. Dr. Susanne Vogt weiß das und berichtete in ihrer Antrittsvorlesung  „Von der Hand in den Mund“ über den Einfluss von Gesten auf den Spracherwerb. Denn Gesten müssen nicht erlernt werden, sie erfolgen unbewusst und sind Teil unserer Kultur. Neben den Zeigegesten, mit denen sich Aufmerksamkeit lenken und Bedürfnisse äußern lassen, spielen die ikonischen Gesten eine besondere Rolle für den Spracherwerb. Diese zeigen Größe und Formen an und repräsentieren Objekte, Ereignisse und Zustände. Auf diese Gesten und ihre Wirkung auf das Wortlernen konzentrierte sich Prof. Vogt im Besonderen. Sie zeigte eindrücklich, wie neue Wörter mithilfe von ikonischen Gesten besser verstanden und benannt werden konnten und als Gedächtnisstütze  dienten. Besonders deutlich trat dieser Effekt bei sprachauffälligen Kindern auf: Sie nutzten die Gestenmerkmale zum Wortlernen und als kommunikatives Inventar. Gesten begleiten uns also, wenn wir sprechen, indem sie unser Gedächtnis unterstützen, das Lernen fördern und dem Sprecher helfen, sich mitzuteilen und zu ordnen.

 

Zentrales Thema der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Sabine Hammer war der Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Krankenstände unter den so genannten „Blue Collar und Service Occupants“, also Facharbeitern und Mitarbeitern im Servicebereich. Sie nahm Bezug darauf, dass in den letzten Jahren auch in diesem Bereich ein erheblicher Anstieg an Krankentagen festzustellen ist – und dies obwohl Unternehmen gemeinsam mit den Krankenkassen Rekordsummen für die betriebliche Gesundheitsförderung ausgeben. Sabine Hammer geht davon aus, dass man sich die Ausgaben für Fitnessprogramme, Gesundheitstage, Betriebsyoga, Raucherentwöhnung und Stressmanagement sparen kann. Sie gehen meist an den Bedürfnissen der Mitarbeiter vorbei – und häufig empfinden diese die Aktivitäten als Einmischung in ihr Privatleben. Viel wichtiger ist es, dass Mitarbeiter nicht in eine berufliche Gratifikationskrise geraten. Dafür seien zum Teil schon relativ einfache Maßnahmen ausreichend: so zum Beispiel ein fester Ansprechpartner, der erreichbar ist, transparente und klare Entscheidungen trifft oder weitergibt sowie vor allem regelmäßig ein differenziertes Feedback gibt. Des Weiteren ist es wichtig, dass das Arbeitsumfeld intakt ist, Arbeitsmaterial und –kleidung auf einem modernen Stand sind und in machbarem Umfang Mitspracherechte eingeräumt werden. Und: Ein Sommerfest oder eine Weihnachtsfeier, die tatsächlich ausschließlich der Arbeitgeber bezahlt, sind mehr wert als Gemüse, Liegestütze & Co. 

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